Gewalt in südafrikanischer Platinmine eskaliert
Zum Blutbad wird ein außer Kontrolle geratener Arbeitskampf in Südafrika: Der erbitterte Streik in einer Platinmine westlich von Pretoria hat mindestens 35 weitere Menschen das Leben gekostet.

Foto © APA
Das berichten Gewerkschaftssprecher und Polizei am Freitag. Die Opferzahl könnte nach Angaben von Beobachtern noch weiter steigen.
Unklar war, ob die Polizei oder die Demonstranten das Feuer am Donnerstagnachmittag eröffnet hatten. Präsident Zuma rief zum Ende der "sinnlosen Gewalt" auf. Lokale Medien sprachen von einem "Massaker".
Am Freitag blieb die Situation weiter gespannt. Hunderte schwer bewaffnete Polizisten sicherten das Minengelände ab. Zu ihrer Unterstützung waren gepanzerte Fahrzeuge im Einsatz und kreisten Hubschrauber am Himmel. Mitarbeiter der Kriminalpolizei suchten am Tatort nach Beweismitteln und sammelten blutbeschmierte Macheten und Speere ein.
Tausende Arbeiter des Bergwerks des britischen Unternehmens Lonmin PLC, das nahe der Stadt Marikana gelegen ist, hatten am Freitag vergangener Woche die Arbeit niedergelegt. Sie fordern eine Verdreifachung ihrer Löhne auf 12.500 Rand (1.234 Euro). Hintergrund der Auseinandersetzungen sind vor allem Differenzen zwischen zwei Gewerkschaften. Beide riefen jedoch die Bergarbeiter dazu auf, die Gewalt zu beenden.
Der in London ansässige Lonmin-Konzern stellte in seinen Platinwerken, die zwölf Prozent zur weltweiten Förderung des Edelmetalls beitragen, die Produktion ein. Der Aktienkurs des Unternehmens stürzte seit der Eskalation des Streits um mehr als 13 Prozent ab. In Südafrika befinden sich etwa 80 Prozent der weltweit bekannten Platinreserven. Das Edelmetall wird unter anderem zur Herstellung von Katalysatoren, Laborgeräten und Schmuck verwendet.










