Wo ist das Kreuz hin?
Die Tourismus-Bosse gingen in Garmisch bei ihrem Buhlen um arabische Gäste wohl einen Schritt zu weit: Auf der Zugspitze gibt es kein Gipfelkreuz mehr - zumindest für Araber. Für einen Werbespot hat man das Kreuz einfach wegretuschiert.

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Betuchte Araber kommen gern in die Alpen, der angenehmen Kühle und des vielen Wassers wegen. Besonders angetan sind sie vom bayerischen Nobel-Skiort Garmisch-Partenkirchen. Und natürlich zieht es sie dort ganz besonders auf die Zugspitze, den mit 2922 Metern höchsten Berg Deutschlands - bequem mit Zahnrad- und Seilbahnen zu erreichen. In Garmisch freut man sich über die Gäste und tut alles, damit sich Rechtgläubige wohlfühlen. So hat man auf der Zugspitze bereits einen Gebetsraum und Toiletten nur für Moslems eingerichtet.
Doch jetzt gingen die Tourismus-Bosse in Garmisch bei ihrem Buhlen um arabische Gäste wohl einen Schritt zu weit: Für einen Werbespot, der in arabischen Ländern ausgestrahlt wird, und für Werbeprospekte, auf denen der Gipfel der Zugspitze prangt, haben sie das berühmte goldene Gipfelkreuz kurzerhand wegretuschiert. Offenbar befürchtet man, mit der Abbildung eines Kreuzes religiöse Gefühle von Moslems zu verletzten.
Empörung
In einer TV-Sendung des Bayerischen Fernsehens berichtete man süffisant über den Vorfall. Die TV-Designer haben sogar einen Halbmond anstelle des Kreuzes eingebaut. Jetzt laufen bei den Verantwortlichen in der Garmischer Tourismusdirektion und der Zugspitzenbahn die Telefone heiß. Denn traditionsbewusste Bayern sind empört.
Erstmals gab es Gipfelkreuze im 13. Jahrhundert. Verstärkt tauchten sie im 16. Jahrhundert auf, wobei sie dort neben der religiösen Symbolik auch zur Markierung von Alm- und Gemeindegrenzen dienten. Im Zuge des aufstrebenden Alpinismus und der Vermessung der Gipfel wurden im 19. Jahrhundert viele Berge mit meist einfachen Holzkreuzen versehen. In dieser Zeit kam es auch mehrfach zu Versuchen, statt der christlichen Kreuze neutraleren Gipfelsymbolen wie Pyramiden, Obelisken oder Fahnen zum Durchbruch zu verhelfen - allerdings ohne großen Erfolg.










