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Zuletzt aktualisiert: 13.08.2012 um 12:36 UhrKommentare

Hunderte Tote sollen noch im Schutt liegen

Nach Beben im Iran wurden bisher knapp 250 Tote geborgen. Aber zu vielen Dörfern im Katastrophengebiet drang bisher kein Helfer vor. Jüngsten offiziellen Angaben wurden 227 Menschen getötet und fast 1400 verletzt - doch Zahlen könnten noch steigen.

Die Helfer fehlen noch an vielen Orten

Foto © ReutersDie Helfer fehlen noch an vielen Orten

"Dieses Dorf ist ein Massengrab", sagt der iranische Rettungshelfer Aliresa Haidari mit verzweifelter Stimme. Nach den verheerenden Erdbeben im Nordwesten des Landes arbeitete er sich die gesamte Nacht auf gestern mit einer Schubraupe durch die weitgehend zerstörte Ortschaft Badsche Badsch. Vorsichtig schob er Schicht für Schicht den Schutt der eingestürzten Häuser beiseite - immer in der Hoffnung, noch Überlebende zu finden. Doch Haidari entdeckt nur immer weitere Leichen.

Jüngsten offiziellen Angaben zufolge wurden bei zwei Beben der Stärke 6,2 unweit der iranischen Großstadt Täbris nahe der Grenze zu Aserbaidschan 227 Menschen getötet und fast 1400 verletzt. Die Berichte aus einzelnen Ortschaften der Region ergeben zusammengenommen jedoch wesentlich höhere Zahlen. Moharam Foroghi, Bürgermeister von Warseghan, spricht von Hunderten Toten rund um die Stadt. "Zwölf Dörfer sind völlig zerstört, jedes hatte 900 bis tausend Bewohner, von denen etwa 40 Prozent tot sind", sagt er.

In den Trümmern von Badsche Badsch suchten gestern zahlreiche Männer mit Schaufeln und anderen Werkzeugen auf eigene Faust nach vermissten Angehörigen. Eine Gruppe von Frauen in traditionellen Trauerkleidern beklagt den Tod von etwa zwei Dutzend aufgebahrten Menschen, die meisten von ihnen Frauen und Kinder, die zum Zeitpunkt der Erdbeben in den Häusern waren, während die Männer auf den Feldern arbeiteten. Männer in schwarzen Kleidern erhitzen Wasser, um die Leichen zu waschen. Andere heben Gräber aus, um die Toten zu beerdigen.

MOHAMMAD DAVARI, TÄBRIS

Hintergrund

Im Iran gibt es häufig Erdbeben, weil dort mehrere tektonische Platten aufeinandertreffen. Ein besonders schweres Beben ereignete sich im Dezember 2003. Damals kamen im Südosten des Landes 31.000 Menschen ums Leben.

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