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Zuletzt aktualisiert: 12.08.2012 um 15:44 UhrKommentare

Goldbarren im Koffer: Italiener bringen Geld außer Landes

Wegen der Unsicherheit um die Zukunft des Krisenlands nimmt die Kapitalflucht aus Italien zu. Verstärkte Kontrollen an Grenzübergängen und Flughäfen sollen das Volk daran hindern, Millionen ins Ausland zu bringen. Doch die Italiener werden immer trickreicher.

Besonders an Flughäfen wird nun strenger kontrolliert

Foto © APBesonders an Flughäfen wird nun strenger kontrolliert

Seit Anfang 2012 hat die italienische Steuerpolizei 41 Mio. Euro bei verstärkten Kontrollen an den Grenzübergängen, auf Flughäfen und Häfen beschlagnahmt, das sind 78 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2011. Konfisziert wurden nicht nur Bargeld und Wertpapiere, sondern auch Edelmetalle, vor allem Gold und Silber, teilte die Steuerpolizei mit.

Bei Kontrollen auf dem römischen Flughafen Fiumicino entdeckte die Polizei eine chinesische Unternehmerin, die in ihrem Koffer fast 100.000 Euro versteckt hatte. Ein weiterer Chinese hatte in einer Zigarettenstange in seinem Koffer insgesamt 200.000 Euro untergebracht. Ein Italiener mit geschäftlichen Beziehungen zu Äthiopien trug in seinem Koffer 122.000 Euro.

50 Kilo Gold im Koffer

Am italo-schweizerischen Grenzübergang von Ponte Chiasso wurde ein Italiener erwischt, der unter dem Sitz seines Autos 50 Kilo Gold versteckt hatte. Auf dem Mailänder Flughafen Malpensa wurden Spürhunde eingesetzt, die verstecktes Geld finden können.

Nach Angaben der italienischen Notenbank sind 300 Milliarden Euro in den letzten zweieinhalb Jahren von Italien ins Ausland geströmt. Ein Großteil der 66 Milliarden Euro, die mit einer großen Steueramnestie 2009 nach Italien zurückgekehrt waren, sind längst wieder im Ausland, behaupten Finanzexperten. Die Ungewissheit der Zukunft Italiens, das Schreckgespenst einer Rückkehr zur Lira und der Einführung einer Reichensteuer, die das Vermögen der Wohlhabenden belasten könnte, treibe immer mehr Italiener in die Schweiz.

Inzwischen drücken Italien und die Schweiz auf das Gaspedal, um bei den Verhandlungen um ein Steuerabkommen zwischen den beiden Nachbarländern zu einer Einigung zu gelangen. Bilaterale Arbeitsgruppen verhandeln auf Hochtouren. Ziel ist, dass das Abkommen bis November unterzeichnet wird, berichteten italienische Meiden. Damit will das Kabinett in Rom das von Italienern illegal in die Schweiz geführte Kapital besteuern. Wie im Fall Deutschlands und Österreichs sollen die auf Konten in der Schweiz gehorteten Schwarzgelder voraussichtlich einmalig pauschal besteuert werden.


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