Deutschland: Mehr Kontrolle bei Organvergabe

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Zur Vermeidung künftiger Manipulationen in der Transplantationsmedizin dringt das deutsche Gesundheitsministerium auf wirksame Reformen. Um Datenmanipulationen zu verhindern, wäre die Einführung eines "Sechs-Augen-Prinzips" zielführend, schrieb Ministerialdirektorin Karin Knufmann-Happe in einem der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Brief an die deutsche Bundesärztekammer.
Die Kammer hatte angekündigt, ein Mehr-Augen-Prinzip bei der Anmeldung von Patienten für die Warteliste und die Organzuteilung einzuführen. Bei der Umsetzung geht es nun darum, wie die Unabhängigkeit eines oder mehrere weiterer Ärzte, die hinzugezogen werden, wirklich gesichert werden kann.
Angesichts der mutmaßlichen Manipulationen bei der Vergabe von Spenderorganen fordert der bayerische Gesundheitsminister Marcel Huber (CSU) indes ein Verbot von Bonuszahlungen für Transplantationen. "Die Bezahlung der Ärzte muss leistungsgerecht sein, darf aber nicht von der Anzahl ihrer Operationen abhängen", sagte Huber der "Bild am Sonntag". "Es muss jeder Anschein vermieden werden, dass es einen Wettlauf um Prämien gibt."
Es gehe nicht darum, alle Ärzte unter Generalverdacht zu stellen, sagte Huber. "Gerade deshalb müssen wir Fehlanreize wie Bonuszahlungen für Transplantationen verbieten." Dem CSU-Politiker zufolge wurde durch die jüngsten Schlagzeilen um die Organspende Vertrauen erschüttert.
Die Justiz ermittelt derzeit an den Unikliniken in Göttingen und Regensburg, ob im Zusammenhang mit Transplantationen Akten manipuliert und so bestimmten Patienten bevorzugt Spenderorgane verschafft wurden. Zudem wurde bekannt, dass immer mehr Organe in einem Schnellverfahren und nicht im Standardverfahren streng nach den Wartelisten vergeben werden. Dies löste bei vielen Deutschen Sorge aus, dass die Zuteilung nicht gerecht erfolge.











