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    Zuletzt aktualisiert: 10.08.2012 um 16:37 UhrKommentare

    Sektenmitgliedern drohen Gefängnisstrafen

    Jahrelang lebten sie ohne Heizung und Tageslicht mit ihren Kindern in Russland unter der Erde - nun drohen Mitgliedern einer islamischen Sekte lange Haftstrafen. Falls sich die Sekte nicht selbst auflöst, wird sie verboten.

    Gegen die Mitglieder der Sekte wird nun ermittelt

    Foto © APAGegen die Mitglieder der Sekte wird nun ermittelt

    Gegen den greisen Sektenführer ermitteln die Behörden in der muslimisch geprägten Teilrepublik Tatarstan unter anderem wegen Eigenmächtigkeit. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft. Falls sich die Sekte nicht selbst auflöse, solle sie verboten werden, kündigten die Behörden an.

    Der selbst ernannte Prophet Faisrachman Satarow habe etwa die Kinder seiner 70 Anhänger nicht in die Schule oder zum Arzt gehen lassen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Medienberichten vom Freitag zufolge. Das sei eine Verletzung der von der Verfassung geschützten Bürgerrechte. Gegen die Eltern wird wegen Misshandlung Schutzbefohlener ermittelt. Ihnen soll das Erziehungsrecht entzogen werden.

    Gefahr für Leib und Leben

    13 der insgesamt 27 Kinder würden "wegen Gefahr für Leib und Leben" in Kliniken der Wolga-Stadt Kasan rund 800 Kilometer östlich von Moskau behandelt, sagte die Sprecherin. Ärzte hatten unter anderem Blutarmut und Tuberkulose festgestellt. Eine 17-Jährige ist angeblich schwanger.

    Die Behörden werten weiterhin zahlreiche religiöse Bücher auf extremistische Inhalte aus, darunter viele Handschriften Satarows auf Tatarisch. Ein Spezialkommando hatte das Anwesen der Sekte am 1. August gestürmt. Die zurückgezogen lebenden Bewohner hatten nach dem Mord an einem muslimischen Geistlichen den Verdacht der Ermittler auf sich gezogen. Auf dem Grundstück seien aber weder Waffen noch Drogen gefunden worden.


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