Kapsel beschädigt: Sprung erst im Herbst
Nach zwei erfolgreichen Testsprüngen ist die Kapsel, mit der Extremsportler Felix Baumgartner in eine Höhe von 36 Kilometer gezogen werden sollte, beschädigt worden. Laut Red Bull wird der Sprung in den ersten beiden Oktoberwochen erfolgen.

Foto © APA
Weiter Warten auf den spektakulären Stratosphären-Sprung des Salzburger Extremsportlers Felix Baumgartner: Wie Red Bull am Donnerstag bekanntgab, muss der für August geplante Sprung verschoben werden. Die Kapsel, mit der der 43-Jährige in eine Höhe von 36 Kilometer gezogen werden sollte, wurde bei der Landung nach dem letzten Testsprung so schwer beschädigt, dass sich der Sprung im August nicht mehr ausgehen wird. Als neuer Termin wurden die ersten Oktoberwochen genannt.
Nachdem das Team nach dem zweiten Testsprung im Juli die Kapsel geborgen hatte, entdeckte es die Schäden. Das Modul driftete nach dem Absprung von Baumgartner ab und landete südwestlich von Roswell auf felsigem Gelände, berichtete Red Bull auf seiner "Stratos"-Homepage. Dabei wurde die Kapsel auf die Seite geworfen. Es entstanden Schäden an der äußeren Hülle, dem Rahmen und anderen wichtigen Komponenten.
Nach intensiven Tests der kalifornischen Firma Sage Ceshire Aerospace wurde festgestellt, dass die wichtigsten Elemente wie der Druckbereich und das elektronische System keinen Schaden erlitten hatten. Allerdings wird die äußere Hülle ausgetauscht und mit Material aus einer Reservekapsel versehen.
Perfekte Wetterbedingungen im Herbst
Nach dem Zusammenbau der Kapsel sollen die Tests am 24. September abgeschlossen werden. Der finale Sprung ist für die ersten zwei Oktoberwochen geplant. Die Wetterbedingungen für den Herbst dürften perfekt sein, bestätigte auch der Meteorologe des Projekts, Don Day: "Herbstbeginn in New Mexico ist eine der besten Zeiten des Jahres, um einen Stratosphärenballon zu starten."
Nicht der erste Rückschlag für den 43-jährigen Salzburger: Im Oktober 2010 wurde das Projekt "Stratos Red Bull" wegen eines rechtlichen Streits in den USA auf Eis gelegt. Ein Amerikaner beanspruchte die Rechte und reichte bei einem kalifornischen Gericht eine Multi-Millionen-Dollar-Klage ein, die ein vorläufiges Aussetzen des Projekts zur Folge hatte. Nachdem man sich im Sommer 2011 außergerichtlich geeinigt hat, gingen die Vorbereitungen für "Stratos" weiter.
Seit fünf Jahren bereitet sich Baumgartner auf das Projekt vor. Bereits im März absolvierte er den ersten Testsprung aus rund 21.800 Metern, im Juli erfolgte der zweite Testsprung aus rund 30.000 Metern. Bei der "Mission Red Bull Stratos" sollen vier bestehende Rekorde gebrochen werden: der höchste bemannte Ballonflug (36.576 Meter) sowie der höchste Fallschirmsprung. Baumgartner soll auch als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrechen. Weiters soll er den längsten freien Fall - ungefähr 5.30 Minuten - absolvieren. Den bisherigen Rekord hält seit 52 Jahren Baumgartners Mentor Joe Kittinger, der aus einer Höhe von 31.332 Metern sprang.











