Bergsteiger stürzten in den Tod
Trauer, Bestürzung, Fassungslosigkeit bei den Familien, Freunden und Bekannten: Bei einem schweren Alpinunfall auf der Weißenbachspitze im Gemeindegebiet von Tarvis kamen ein Unfallchirurg und Orthopäde (48) aus Klagenfurt und eine Diplomkrankenschwester (40) aus Lienz ums Leben.

Foto © ÖBR
Das Unglück, das sich bereits Freitag ereignet hatte, war zunächst unentdeckt geblieben. Die Frau hätte im Klinikum Klagenfurt Freitagabend ihren Nachtdienst antreten sollen. Als die als äußerst gewissenhaft beschriebene Frau nicht erschien, begannen sich Kolleginnen und Kollegen Sorgen zu machen und verständigten die Familie. Diese schaltete die Polizei ein. Unter anderem wurden Handy-Peilungen veranlasst, die Samstag früh Erfolg hatten. Es konnte ein Signal von einem Umsetzer in Tarvis geortet werden.
Unter Einbeziehung der trilateralen Polizeikoordinationsstelle in Thörl Maglern wurden die Sicherheitsdienststellen in Tarvis eingeschaltet. Auf einem Parkplatz an der Sella-Nevea-Passstraße fanden Suchmannschaften schließlich das Auto des Orthopäden, mit dem die begeisterten Alpinisten offensichtlich eine Bergtour unternommen hatten. Bei einem Suchflug mit einem Hubschrauber der italienischen Finanzpolizei sichteten Bergretter aus Predil und Sella Nevea am Fuß einer steil aufragenden Wand die leblosen Körper der beiden Kletterer. Die Leichen wurden mittels Seilbergung von der Hubschrauber-Crew geborgen und nach Tarvis geflogen.
Über den genauen Unfallhergang herrschte vorerst Unklarheit. Fest steht, dass der Arzt und seine Kletterkameradin eine Zweier-Seilschaft gebildet haben. Und sie stürzten gemeinsam rund 150 Meter in den Tod. Der Unfallchirurg und seine Begleiterin galten als sehr erfahrene und besonnene Bergsteiger. Der Mediziner arbeitete im LKH Villach und war in seiner Freizeit viele Jahre als Notarzt beim Roten Kreuz und als Bergrettungsarzt bei der Ortsstelle Klagenfurt tätig. Darüber hinaus war er als medizinischer Betreuer zahlreicher Sportgroßveranstaltungen bekannt. Unter anderem war er mit großem Engagement beim "Ironman" im Einsatz.










