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Zuletzt aktualisiert: 03.08.2012 um 11:44 Uhr

Mordverdächtiger Österreicher freigelassen

Der Mordverdacht gegen den Österreicher, der auf den Seychellen in Haft saß, am Freitag fallengelassen worden. Der Mann war für das Verschwinden eines Briten verantwortlich gemacht worden.

Foto © APA

Der Mordverdacht gegen einen 36-jährigen Wiener ist heute, Freitag, auf den Seychellen fallengelassen worden. Gänzlich in Freiheit ist der Österreicher dennoch nicht, denn der Mann darf den Inselstaat vorerst nicht verlassen. Ihm droht ein Verfahren wegen allfällig unterlassener Hilfeleistung, wie das Außenministerium in Wien berichtete. Der Segler war mit einem Freund auf einer Segeljacht im Indischen Ozean unterwegs, ging jedoch bei einem Zwischenstopp auf den Seychellen allein von Bord. Er saß seit 3. Juli in Haft.

Hintergründe unklar

Die Hintergründe der Geschehnisse sind nach wie vor unklar. Der Österreicher und sein Segelkamerad, ein Brite, sollen einander auf Sri Lanka kennengelernt haben. Der Wiener gilt zwar als erfahrener Taucher und guter Schwimmer, sei aber kein guter Segler, hieß es in Medienberichten. Er habe sich vom 48-jährigen Sean Terry - der sich auf einer Weltreise befand - in die Segelkunde einweisen lassen. Der Brite, der in Südafrika aufwuchs und Doppelstaatsbürger war, hatte zuletzt am 18. Juni mit seiner Familien Kontakt.

Als eine Woche später sein österreichischer Segelfreund allein im Hafen auf den Seychellen einlief, kam der Fall ins Rollen. Der Polizei gegenüber soll der Wiener ausgesagt haben, dass der Vermisste in einem Tobsuchtsanfall von Bord gesprungen sei. Was die Ermittler allerdings stutzig machte: Der Segelfreund hat scheinbar keine Versuche unternommen, den Mann zu retten. Auf der Jacht blieb der Rettungsring unbenützt, außerdem wurde der Mann-über-Bord-Alarm nicht ausgelöst.

Auch die Familie des Briten äußerte laut einer Sprecherin starke Zweifel an der Version des Österreichers. Sie stellen sich nun die Frage, warum der erfahrene Taucher nicht mehr unternommen habe, um den Briten zu retten. Selbstmordabsichten des Vermissten schloss die Familie aus. Er hatte eine australische Freundin und wollte zu Weihnachten wieder bei seiner Familie sein.

Die Jacht wird derzeit kriminaltechnisch untersucht. Vermisst werden außerdem die beiden Laptops Terrys. Die Haftprüfung des Österreichers ist am Donnerstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Laut Außenamts-Sprecher Nikolaus Lutterotti muss der 36-Jährige bis zum Ende des Verfahrens auf den Seychellen bleiben. Dieses soll in den kommenden zwei bis drei Wochen über die Bühne gehen.


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