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    Zuletzt aktualisiert: 30.07.2012 um 19:28 UhrKommentare

    Linzer Mordprozess - Angeklagter muss in Anstalt

    Foto © APA

    Ein 39-Jähriger, der im Oktober 2011 in einer Sozialeinrichtung im Mühlviertel einen anderen Heimbewohner erstochen hat, ist am Montag vom Landesgericht Linz in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Die Geschworenen erklärten ihn zum Tatzeitpunkt für zurechnungsunfähig. Andernfalls hätten sie ihn des Mordes schuldig gesprochen. Das Urteil ist rechtskräftig.

    Die psychiatrische Gutachterin Adelheid Kastner hatte zuvor betont, dass die Unterbringung in einer Anstalt unabdingbar sei. Der Beschuldigte, der nicht geständig ist, leide unter Schizophrenie, das Tötungsrisiko sei daher achtmal höher als bei gesunden Menschen. Wegen seiner Erkrankung mache er sich keine Gedanken über die Konsequenzen seines Handelns. Auch die Staatsanwaltschaft verwies darauf, dass krankheitsbedingt weitere strafbare und unter Umständen auch tödliche Handlungen zu erwarten seien, wenn es zu keiner Einlieferung kommt.

    Die Mutter des Verdächtigen ortete hingegen "eine Intrige". Ihr Sohn sei zwar psychisch krank, aber zu keinem Zeitpunkt aggressiv gewesen und habe auch niemanden bedroht, sagte sie vor Gericht. Aus der Krankheit des Beschuldigten könne man nicht die Täterschaft ableiten, zudem gebe es überhaupt keinen Hinweise auf einen etwaigen Vorsatz, so sein Verteidiger. Er beantragte einen Freispruch.

    Am 29. Oktober des Vorjahres hatten die Bewohner zwischen 4.30 und 5.00 Uhr im Heim zu streiten begonnen. Die Auseinandersetzung eskalierte schließlich auf der Straße vor dem Gebäude. Dabei stach der 39-Jährige rund 15-mal auf seinen Kontrahenten ein und brachte ihn um. Laut Obduktion hatte das Opfer mehrere Einstiche erlitten und war innerhalb weniger Minuten verblutet. Der Beschuldigte schüttete die im Straßengraben liegende Leiche schließlich mit Erde zu, ein weiterer Mann soll ihm dabei behilflich gewesen sein.

    Der Täter konnte zunächst flüchten. Sein mutmaßlicher Helfer verständigte inzwischen aber die Heimleitung, die die Einsatzkräfte alarmierte. Schließlich wurde der 39-Jährige von einer Zivilstreife im Bezirk Linz-Land festgenommen. Auch die Tatwaffe - ein Küchenmesser mit einer 15 Zentimeter langen Klinge - wurde gefunden. An der Kleidung des Mannes wurden Blutspuren und Erde sichergestellt.

    Quelle: APA

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