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Zuletzt aktualisiert: 30.07.2012 um 20:32 UhrKommentare

"Waldmensch" in Slowenien verhaftet

Querfeldein-Flucht vom Lavanttal bis nach Velenje. Der 27-jährige Deutsche sprang in einen See und attackierte die Polizisten mit einem Messer. Er wurde verhaftet. Vorerst gab es keine Gespräche über seine Auslieferung.

Foto © KK

Was hat dieser Mann zu verbergen? Diese Frage stellt sich nach der spektakulären Verhaftung jenes 27-jährigen Deutschen, der seit Tagen für Schlagzeilen im kärntnerisch-steirisch-slowenischen Grenzraum sorgt. Es war gestern gegen 9 Uhr, als eine Patrouille der Polizeiinspektion Velenja am Ufer des dortigen Kratersees den "Waldmenschen" erblickte. Durch Berichte der Kleinen Zeitung sensibilisiert, hielten die beiden Polizisten den "Wanderer" an. Der 27-Jährige lief los und hechtete in den See. Dann schwamm er ans Ufer und ging auf die Polizisten los, doch es gelang diesen, den Mann niederzuringen. Er wurde nach Celje (Cilli) überstellt.

In Klagenfurt ist ein Ermittlungsverfahren wegen Serieneinbrüchen in Almhütten gegen ihn anhängig. Der Deutsche, seine Lebensgefährtin (24) und ihr am 11. April im Wald geborenes gemeinsames Kind wurden am 23. Juli am Lamprechtsberg in einem Zelt hausend entdeckt. Als die Polizei eintraf, ergriff der Mann die Flucht. Die Frau und das Kind werden in einem Kärntner Frauenhaus betreut.

Der "Waldmensch" wird in seiner Heimat der Islamistenszene zugeordnet. 2010 lag gegen ihn ein internationaler Haftbefehl wegen Verdachtes der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor.

Auslieferung?

Über die Auslieferung des "Waldmenschen" hat es bis dato keine Gespräche der Klagenfurter Staatsanwaltschaft mit den slowenischen Behörden gegeben. Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Helmut Jamnig, am Dienstag auf APA-Anfrage. Bisher hatte es nur einen inländischen Haftbefehl gegen den Mann gegeben, der für eine Serie von Einbrüchen in Almhütten in Kärnten und der Steiermark verantwortlich sein soll.

Der Deutsche soll vor seiner Verhaftung mit einem Messer auf Polizisten losgegangen sein und versucht haben, über einen See schwimmend zu flüchten. Es ist anzunehmen, dass es nach diesem Vorfall zu einer Anklage wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt kommen wird. Über eine mögliche Auslieferung nach Österreich - vor, nach oder statt eines Gerichtsverfahrens in Slowenien - müssen Verhandlungen zwischen beiden Anklagebehörden geführt werden.

PETER KIMESWENGER

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