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    Zuletzt aktualisiert: 24.07.2012 um 18:51 UhrKommentare

    Erste Kliniken stoppen Beschneidungen

    Das Urteil des Kölner Landgerichts, wonach nicht medizinisch indizierte Beschneidungen von minderjährigen Buben als Körperverletzung strafbar sind, zieht weitere Kreise. Auf der Grazer Kinderchirurgie gibt es keine Termine für religiöse Beschneidungen. Vorarlbergs Landeshauptmann rät Ärzten von Eingriffen ab.

    Foto © APA

    Die Debatte um religiöse Beschneidungen an Buben sorgt nun auch in Österreich für Diskussionen. Das Urteil des Kölner Landgericht vom Juni, wonach nicht medizinisch indizierte Beschneidungen von minderjährigen Buben als Körperverletzung strafbar sind, zieht weitere Kreise. Nach dem Züricher Kinderspital hat auch die Kinderchirurgie des Grazer Klinikums die Terminvergabe für religiöse Beschneidungen gestoppt. "Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie prüft die rechtliche und die ethische Lage und arbeitet an einer Stellungnahme zum Thema", verrät der Kinderchirurg Univ.- Assoz. Prof. Dr. Amulya Saxena von der Grazer Kinderchirurgie. In den nächsten Wochen soll die Entscheidung für das weitere Vorgehen im Zusammenhang mit religiösen Beschneidungen fallen. Solange herrscht ein Aufnahmestopp. "Bereits zuvor vereinbarte Termine werden allerdings eingehalten", schränkt Saxena ein.

    Verunsicherung

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    Auch in Vorarlberg gibt es Verunsicherung. FPÖ-Obmann Dieter Egger forderte nach dem Kölner Urteil, an den Vorarlberger Landesspitälern solche Eingriffe an Kindern zu untersagen. Zwar wurden laut ORF Vorarlberg bisher kaum solche Operationen an den Vorarlberger Spitälern durchgeführt, Landeshauptmann Markus Wallner (V) riet den Ärzten am Dienstag aber ebenfalls, von Beschneidungen aus religiösen Gründen abzusehen, bis die rechtliche Lage eindeutig geklärt sei. SPÖ-Gesundheitssprecherin Gabi Sprickler-Falschlunger warf Wallner daraufhin "Populismus" vor.

    Vorarlbergs FPÖ-Klubobmann Egger verlangte einen Stopp von Beschneidungen an Kindern, da es sich um einen "massiven Eingriff in die Persönlichkeitsrechte" und einen unnötigen medizinischen Eingriff handle. Als Erwachsene könnten diese selbst entscheiden, ob sie eine Beschneidung wollten. Vertreter des Justizministeriums hatten kürzlich eingeräumt, dass es keine klare Regelung diesbezüglich in Österreich gebe, dass aber "von einer Straflosigkeit ausgegangen wird".

    Laut Wallner handelt es sich um ein "wegweisendes Urteil" aus Deutschland. Aus heutiger Sicht sei der Ärzteschaft durchaus anzuraten, auf Beschneidungen aus religiösen Gründen zu verzichten, solange die Rechtslage nicht eindeutig geklärt sei, so der Landeshauptmann. In Österreich gebe es bisher keine Regelung, es gebe aber Beratungen im Justiz- und im Gesundheitsministerium, eine solche zu schaffen. Egger war das zu wenig: "Er soll als Arbeitgeber klare Aussagen treffen, um Sicherheit für die Ärzte zu schaffen", so der FPÖ-Chef in Richtung Wallner.

    Sprickler-Falschlunger forderte Wallner dagegen auf, "seine Aktion rückgängig zu machen". Die Rechtslage in Österreich dazu sei laut Justizministerium klar. "Es gibt deshalb auch keinen Änderungsbedarf", hielt sie fest. Sie glaube, Wallner hätte größere Hemmungen gehabt, gäbe es in Vorarlberg eine größere jüdische Gemeinde. Die bis dato gehandhabte Praxis habe gut funktioniert, ein Verbot bedeute eine schlechtere medizinische Behandlung für die betroffenen Kinder. Das Kölner Urteil habe keinen Einfluss auf den Rest Deutschlands. "Warum nun ein derartiger Aufschrei stattfindet, ist mir schleierhaft. Denn CDU, FDP und SPD haben sich bereits klar dafür ausgesprochen, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig sein müsse", so Sprickler-Falschlunger.

    Der Kölner Fall

    Der Kölner Fall Die Beschneidung von Buben aus religiösen Gründen ist nach Auffassung des Kölner Landgerichts grundsätzlich strafbar. In einem Urteil sprach das Gericht einen Arzt, der einen Buben beschnitten hatte, zwar frei. Dies jedoch nur mit der Begründung, dass der Arzt von der Strafbarkeit nichts gewusst habe und deshalb einem "Verbotsirrtum" unterlegen sei. Tatsächlich müssten Beschneidungen als "rechtswidrige Körperverletzung" betrachtet werden, urteilte das Landgericht.

    In dem Kölner Fall hatte ein Arzt einen Vierjährigen auf Wunsch der muslimischen Eltern beschnitten. Zwei Tage später kam es zu Nachblutungen, die Mutter brachte den Buben in die Notaufnahme. Davon erfuhr die Kölner Staatsanwaltschaft und erhob Anklage gegen den Arzt. Das Amtsgericht Köln sprach den Mediziner in erster Instanz frei, weil eine Einwilligung der Eltern vorgelegen sei. Außerdem sei die Beschneidung eine "traditionell-rituelle Handlungsweise zur Dokumentation der kulturellen und religiösen Zugehörigkeit zur muslimischen Lebensgemeinschaft".


    Beschneidung im Judentum

    Die Brit Mila ist die (partielle) Entfernung der Vorhaut des männlichen Gliedes (Zirkumzision) nach jüdischer Tradition. Durchgeführt wird sie durch den sogenannten Mohel, der im Allgemeinen Arzt ist. Die Brit Mila findet in der Regel am achten Lebenstag statt. Falls der Säugling schwach oder kränklich ist, wird die Beschneidung nachgeholt – spätestens bis zur Vollendung des 13. Lebensjahres.

    Die Brit Mila wird als Eintritt in den Bund mit Gott gesehen. Die Juden berufen sich auf Gen 17, 10-14, wo es heißt: "Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt deinen Nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch, muss beschnitten werden. Am Fleisch eurer Vorhaut müsst ihr euch beschneiden lassen [?] Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt sind, beschnitten werden."

    Quelle: Wikipedia

    Beschneidung im Islam

    Der Prophet Mohammed kam laut Überlieferung ohne bzw. mit sehr kurzer Vorhaut zur Welt. Die Beschneidung wird heute bei den Muslimen als ein Zeichen der Religionszugehörigkeit im Kindesalter – bis zum Alter von 13 Jahren – durchgeführt. Oft wird aus diesem Anlass ein großes Familienfest gefeiert.

    Die Beschneidung ist in der Sunna verankert. Die Sunna ist die Summe der zu befolgenden, wegweisenden und nachahmenswerten Taten des Propheten sowohl im religiösen als auch im privaten Leben. Die Sunna ist neben dem Koran die zweitwichtigste Quelle des islamischen Rechts.

    Quelle: Wikipedia

    Beschneidung im frühen Christentum

    Im frühen Christentum, als die Beschneidung auch unter Christen noch Tradition war, sprach sich Paulus von Tarsus gegen eine Pflicht zur Beschneidung für neubekehrte Heidenchristen aus. Mit dem Ende des antiken Judenchristentums als eigener Strömung verschwand die Beschneidung im Christentum zunächst fast ganz. Einige christliche Kirchen wie die Koptisch-orthodoxe Kirche hielten aber weiter daran fest. Das Zweite Vatikanische Konzil schaffte 1962 schließlich auch das Fest zur Beschneidung des Herrn ab, mit den acht Tage nach Heiligabend jeweils am 1. Januar der Beschneidung Jesu gedacht wurde.

    Quelle: Wikipedia

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