"Aussteiger" verübten 25 Einbrüche
Jener 27-jährige Deutsche, der mit seiner Lebensgefährtin seit zwei Jahren durch Wälder wandert, ist weiterhin flüchtig. Die Zahl der Einbrüche, die auf ihr Konto gehen sollen, steigt. Die Frau befindet sich mit ihrem Baby im Frauenhaus. Von Wolfgang Fercher.

Foto © Kleine Zeitung/Markus TraussnigEine Großfahndung nach dem seit Montagabend flüchtigen 27-Jährigen blieb bis dato erfolglos
Wälder und Almen waren fast zwei Jahre lang ihr primäres Aufenthaltsgebiet. Auf diesem Terrain fühlt sich ein 27-jähriger Deutscher so wohl, dass immer noch jede Spur von ihm fehlt. Seine Lebensgefährtin (25) wurde, wie berichtet, von der Polizei in Lavamünd gestellt. Sie und ihr drei Monate altes Mädchen, das sie im April in einem Wald in der Region Deutschlandsberg zur Welt brachte, befinden sich in einem Frauenhaus.
Baby ist gesund
"Das Baby ist wohlauf und gesund, auch der Frau geht es den Umständen entsprechend gut", sagt Horst Nössler, Kriminalreferent der Polizei Wolfsberg. Auch bei der abschließenden Befragung bestätigte sich, was bisher bekannt war. Das Paar, das sich selbst als "Aussteiger" bezeichnet, kam über Deutschland, Tirol und Salzburg in die Steiermark und nach Kärnten. Die beiden lebten in einem Zelt, meistens hielten sie sich in der Nähe von Städten oder Orten auf.
Sie ernährten sich von Lebensmittel-Abfällen und sollen für eine Reihe von Einbrüchen verantwortlich sein. "Wir gehen jetzt schon davon aus, dass allein in den Bezirken Wolfsberg und Deutschlandsberg 25 Einbrüche auf ihr Konto gehen", berichtet Ermittler Karl Koch von der Polizei Schwanberg (Steiermark). Eingebrochen haben sie vor allem in Almhütten, Ferienhäusern und Fischerhütten. "Das Diebesgut waren Dinge des täglichen Bedarfs, Lebensmittel und auch Bekleidung." Die Frau behauptet nach wie vor, nichts von den Einbrüchen gewusst zu haben.
Die "örtliche Fahndung" nach dem mutmaßlichen Dieb ist weiterhin aufrecht. "Das gestaltet sich natürlich schwierig, weil wir ein irrsinnig großes Gelände absuchen müssen", sagt Koch. Der gesuchte Mann ist etwa 1,80 Meter groß, schlank, hat nackenlanges, dunkles Haar und trägt einen Bart. Laut Polizei spricht er "Englisch, Deutsch und Arabisch". Unklar bleibt, ob der Mann bewaffnet ist. Bei einem der letzten Einbrüche in einem Almhaus in St. Vinzenz (Gemeinde Lavamünd) wurde auch ein Jagdgewehr mit 15 Stück Schrot und Kugeln aus einer Vitrine gestohlen.












