Mutter sperrte Dreijährigen daheim ein - und ging aus
Ein dreijähriger Bub weinte stundenlang - schließlich holten Nachbarn die Polizei. Er wurde mit einer Leiter über den Balkon geborgen und zur Polizeiinspektion Kufstein gebracht.

Foto © Jürgen Fuchs
Nachbarn alarmierten die Polizei um 02:50 Uhr in der Früh - da soll das Kind schon stundenlang geschrien haben: Eine 34-jährige Mutter hatte in der Nacht zum Samstag in Kufstein (Tirol) ihren dreijährigen Sohn allein daheim eingesperrt - und war in ein Lokal in der Innenstadt gegangen.
Als die Beamten zur Wohnung kamen, konnten auch sie vorerst nichts ausrichten - erst mithilfe der Feuerwehr gelang es, den Buben herauszuholen: Er wurde mit einer Leiter über den Balkon geborgen und zur Polizeiinspektion Kufstein gebracht. Dort tauchte rund eine Stunde später - gegen 3.45 Uhr - dann auch die Mutter des Buben auf. Die gebürtige Italienerin, die mit dem Kind allein in Kufstein lebt, gab an, sie hätte mit einer Nachbarin ausgemacht, dass diese sie anrufen soll, wenn der Bub weint. Das dürfte wohl nicht funktioniert haben . . .
Laut Polizei wurde das Jugendamt eingeschaltet und Anzeige gegen die Mutter erstattet.
Wegen gröblicher Vernachlässigung ihrer Fürsorge-Verpflichtung war erst am Donnerstag eine 30-jährige Mutter in Wien zu einer bedingten Haftstrafe von acht Monaten verurteilt worden: Sie hatte einen 2,7-Promille-Rausch ausgeschlafen, während ihre eineinhalbjährige Tochter über einen Sessel aufs Fensterbrett geklettert war und dort das Gleichgewicht verloren hatte. Passanten fanden das schwer verletzte Mädchen auf dem Gehsteig - im Krankenhaus wurden ein Milzriss und eine schwere Gehirnerschütterung festgestellt.
Übrigens: Die Mutter hatte von all dem nichts mitbekommen - obwohl sie sich im gleichen Zimmer wie das Kind befunden hatte, wachte sie erst vom eindringlichen Klopfen der Polizei auf. Stockbetrunken.











