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Zuletzt aktualisiert: 21.07.2012 um 22:52 UhrKommentare

Tragödie auf Burg: Fels stürzte auf Besucher

Heftiger Regen hatte große Steinbrocken aus Felsen der Hochosterwitz gelöst, die auf den Burgweg krachten. ein Neunjähriger und ein Erwachsener wurden schwer verletzt.

Der größte von den Felsbrocken, die auf die Familie fielen

Foto © APA/EggenbergerDer größte von den Felsbrocken, die auf die Familie fielen

D er Gesteinsbrocken ist groß wie eine Scheibtruhe, er krachte am späten Samstagnachmittag aus einer Höhe von rund 20 Metern auf den Burgweg, genau zwischen dem dritten und vierten Tor der Hochosterwitz.

Im strömenden Regen stürzten der Fels und abbröckelnde Steine auf eine Schaustellerfamilie, die beim gestrigen Ritterfest mitmachen wollte. Ein Kind (9) aus Oberösterreich wurde von einem 40 Zentimeter großen Brocken genau am Kopf getroffen. Der Bub wurde schwer verletzt und musste ins Klinikum Klagenfurt geflogen werden. Im Krankenhaus wurde das Kind in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Ebenso ein weiterer Erwachsener, der gerade von der Burg kam. Näheres kann zum Gesundheitszustand der zwei Schwerverletzten noch nicht gesagt werden. Die Eltern des Kindes wurden nur leicht verletzt. Die Großmutter des Neunjährigen erlitt nach dem Unglück einen Kollaps und brach zusammen.

Tief betroffen von dem Felssturz, der durch die heftigen Regenfälle ausgelöst wurde, ist Burgherr Karl Khevenhüller. Er versuchte vor Ort die Rettungsarbeiten bestmöglich zu unterstützen.

Besucher blieben ruhig

Glück im Unglück: Wegen des beliebten Burgfestes war das Rote Kreuz gestern direkt vor Ort. "Wir konnten innerhalb von wenigen Minuten die Erstversorgung der Verletzten gewährleisten", sagt Martin Steindorfer vom Roten Kreuz. Vier Freiwillige Feuerwehren der Gemeinde St. Georgen am Längsee halfen bei der Bergung. Die Notarzthubschrauber C 11 und RK-1 sowie mehrere Rettungswägen brachten die Verletzten in die Spitäler.

Zum Zeitpunkt des Unglücks waren noch immer rund 500 Besucher im Burgfried. "Wir sorgten dafür, dass die Gäste über den Lift und ohne Aufregung die Burg verlassen konnten", sagt Feuerwehr-Kommandant Robert Pichler. Während der Bergungsarbeiten donnerte noch weiterhin Gestein auf den Parkplatz vor der Burg. Dort wurde das Auto eines Niederösterreichers getroffen und beschädigt. Parkplatz und Fußweg zur Hochosterwitz durch die 14 charakteristischen Toren wurden gesperrt.

Zu Redaktionsschluss war der Landesgeologe vor Ort, um die Situation und die Sicherheit des Burgweges zu beurteilen. Dass die intensiven Regenfälle der letzten Tage für die Felsstürze verantwortlich sind, gilt als wahrscheinlich.

Dennoch soll das Ritterfest auf der Burg Hochosterwitz auch Sonntag, über die Bühne gehen .


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