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Zuletzt aktualisiert: 21.07.2012 um 21:49 Uhr

Trauermarsch nach Unfall im Lavanttal

Wurde der tödliche Unfall der Vorwoche im Lavanttal absichtlich verursacht? "Ja", sagt der überlebende Beifahrer. Seit einem Jahr sollen Jugendliche Unfälle provozieren.

Kundgebung am Samstagnachmittag an der Unfallstelle in St. Georgen

Foto © Friedl Kundgebung am Samstagnachmittag an der Unfallstelle in St. Georgen

Es ist schwer verkraftbar, seinen besten Freund zu verlieren. Aber das Ärgste ist, dass der Unfallverursacher noch nicht eingesperrt ist." Beim Lehrling (16) aus dem Unteren Lavanttal sitzt der Schock nach dem Horrorunfall der Vorwoche in St. Paul nach wie vor tief. Er war Beifahrer, am Steuer saß sein Freund, der Tischlerlehrling Florian Paulitsch (17) aus St. Georgen. Das Auto wurde auf der Oberrainzer Landesstraße von einem entgegenkommenden Wagen frontal gerammt. Florian erlag seinen Verletzungen, sein Freund kam mit Prellungen und einer Gehirnerschütterung davon. Die Trauer sitzt auch bei Florians Verwandten und Freunden tief. Trotz strömenden Regens kamen gestern 150 Trauernde, um sich bei der Unfallstelle noch einmal zu verabschieden. Dutzende Kerzen wurden entzündet, Blumen hingelegt. Initiiert hat die Zusammenkunft Florians Onkel Richard Paulitsch: "Wir sind hier für Florian und für die Gerechtigkeit."

Das Wort Gerechtigkeit fiel öfters. Immerhin sollen seit einem Jahr drei Jugendliche aus dem Unteren Lavanttal, darunter der mutmaßliche Unfall-Lenker, immer wieder versuchen, Autos und Mopeds abzudrängen oder auf sie zu rasen - und erst kurz davor ausweichen. Rainer Dionisio, Sprecher des Landespolizeikommandos, bestätigt: "Es gab in der Vergangenheit Anzeigen, die wir an die Behörden weitergeleitet haben."

"Unfall-Lenker erkannt"

Der Lehrling über die Sekunden vor dem Unfall: "Das Auto raste auf uns zu. Zuletzt hat der Lenker versucht, auf seine Seite rüberzureißen, aber zu spät. Er rammte uns fast frontal." Der Lenker flüchtete. "Ich habe ihn erkannt, er wollte mich schon öfters mit meinem Moped abdrängen", sagt der Beifahrer. Der Beschuldigte (19), ohne Führerschein, streitet ab, gefahren zu sein. Die Erhebungen laufen, Details verrät die Polizei nicht.

Dionisio: "Wir haben noch keinen Lenker ausgeforscht. Wir ermitteln in alle Richtungen, verfolgen alle Gerüchte." DNA-Spuren sollen die Lenkerfrage klären. Wichtig wäre jener Zeuge, der mit dem Handy des Opfers den Notruf absetzte - ein etwa 35 Jahre alter Mann mit einem 4er-Golf-Kombi (dunkelblau). "Er soll sich bitte melden", so die Polizei St. Paul.

Bis alles geklärt ist, wird die Gerüchteküche wohl weiter brodeln. "Im Namen von Florians Vater richte ich aus, nicht Selbstjustiz zu üben oder Gerede in die Welt zu setzen, sondern die Staatsgewalten arbeiten zu lassen. Wir brauchen Geduld und den Glauben an die Gerechtigkeit", sagte Manuela Felber, die Lebensgefährtin von Florians Onkel zu den Trauernden.

BETTINA FRIEDL, PETER KIMESWENGER

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Kleine Zeitung Manuela Felber, Partnerin von Florians Onkel: "Keine Selbstjustiz"

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Kleine Zeitung Überlebender Beifahrer im O-Ton

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Kleine Zeitung Richard Paulitsch, Onkel des Todesopfers

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