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Zuletzt aktualisiert: 20.07.2012 um 12:58 UhrKommentare

HIV und Aids könnten besiegt werden

Bekämpft die weltweite Staatengemeinschaft weiterhin Aids und HIV so wie in den vergangenen Jahren, gibt es erstmals Hoffnung auf ein Ende der Pandemie der Immunschwächekrankheit.

Foto © Fotolia: alexskopje

"Gemeinsam können wir unsere Vision von Null HIV-Neuinfektionen, Null Diskriminierung und Null Todesfällen in Verbindung mit Aids Wirklichkeit werden lassen", stellt UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon im Vorwort des neuen UNAIDS-Reports fest, der am Mittwoch in Washington veröffentlicht wurde. Weltweit leben derzeit (2011) 34,2 Millionen Menschen mit HIV/Aids. Es gab allerdings weniger Neuinfektionen, etwa die Hälfte der Betroffenen mit Therapiebedarf in den Staaten mit geringem bzw. mittlerem Bruttoinlandsprodukt bekommt bereits antiretrovirale Medikamente.

Die wichtigsten Daten

- 2011 lebten 34,2 Millionen Menschen mit HIV/Aids. Mehr als je zuvor, jedoch ist das auch durch das zunehmend längere Überleben der Betroffenen bedingt.

- Vergangenes Jahr infizierten sich weltweit 2,5 Millionen Personen mit HIV, um 20 Prozent weniger als 2001. Darunter waren 330.000 Kinder, eine Reduktion um 24 Prozent im Vergleich zu 2009.

- 2011 starben weltweit 1,7 Millionen Patienten an Aids. Das bedeutete einen Rückgang um 24 Prozent im Vergleich zu 2005, als der bisher höchste Wert registriert wurde.

- Im vergangenen Jahr hatten bereits acht Millionen Menschen (in Staaten mit mittlerem oder geringem BIP) Zugang zu antiretroviralen Medikamenten. Das war ein Anstieg um 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 (6,6 Millionen).

- Der größte Fortschritt in der Verbreitung der Anti-Aids-Therapie wurde in den Ländern des südlichen Afrika erzielt, wo mittlerweile bereits 56 Prozent der Menschen mit Behandlungsbedarf die Medikamente bekommen (plus 19 Prozent seit 2010).

- Die größten Defizite: Während in Argentinien bereits 70 Prozent der HIV-Patienten behandelt werden, sind es in Osteuropa und in Zentralasien nur 23 Prozent, im Nahen Osten und in Nordafrika gar nur 13 Prozent (Asien: 44 Prozent).

- Die Ärmsten der Armen sind offenbar die Opiatabhängigen, die sich Drogen injizieren und sich auf diesem Weg mit HIV infiziert haben. Nur vier Prozent dieser Menschen mit Behandlungsbedarf erhalten die Therapie.

- International standen für den Kampf gegen Aids im Jahr 2011 16,8 Milliarden Euro (13,99 Mrd. Euro) zur Verfügung.

- Ein positiver Aspekt, so der Bericht: "Die Welt ist nahe daran, die Ziele zu erreichen, wonach im Jahr 2015 15 Millionen Menschen mit HIV/Aids eine Behandlung bekommen sollten und Neuinfektionen von Kindern nicht mehr erfolgen sollten." Dieses Ziel hatte sich die internationale Staatengemeinschaft im vergangenen Jahr gesetzt. "Aber mehr Anstrengungen sind notwendig, um die Übertragungsraten von HIV/Aids durch sexuelle Kontakte und durch intravenösen Drogenkonsum zu halbieren", so der Report.

Die Veröffentlichung des neuen Berichts erfolgte im Vorfeld der Welt-Aids-Konferenz vom 22. bis 27. Juli in Washington. Vor zwei Jahren hatte die Großveranstaltung in Wien stattgefunden.


Weniger Infektionen, mehr Behandlung

Grafik © APA/Infografik

Grafik vergrößernWeniger Infektionen, mehr Behandlung Grafik © APA/Infografik

Welt-Aids-Konferenz

Rund 25.000 Teilnehmer haben sich zu dem Treffen angekündigt, das am Sonntag (22. Juli) eröffnet wird und bis zum 27. Juli dauert. Dazu zählen hochkarätige Gäste wie der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, Microsoft-Gründer Bill Gates, Weltbank-Präsident Jim Yong Kim, die Schauspielerinnen Sharon Stone und Whoopi Goldberg sowie der Sänger Elton John.

Die Welt-Aids-Konferenz ist immer eine Mischung aus Wissenschaft, Gesundheits- und Entwicklungspolitik sowie Plattform für Selbsthilfegruppen.

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