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Zuletzt aktualisiert: 15.07.2012 um 21:56 UhrKommentare

Militär prägt das Bild in London

Pannen bei der Kontrolle am Flughafen und bei der Sicherheitsfirma schüren die Angst vor Terrorattacken in London. Für die Royal Army ist es die größte Operation auf heimischem Boden seit dem Zweiten Weltkrieg.

Das Maskottchen Wenlock posiert mit Irish Guards in Heathrow. Der Londoner Flughafen hat ein Sicherheitsproblem

Foto © APADas Maskottchen Wenlock posiert mit Irish Guards in Heathrow. Der Londoner Flughafen hat ein Sicherheitsproblem

Kurz vor den Olympischen Spielen in London wächst die Sorge um die öffentliche Sicherheit. Mehrere Terrorverdächtige sollen in den vergangenen Tagen unerkannt die Passkontrolle am Flughafen Heathrow passiert haben. Das berichtet die britische Sonntagszeitung "Observer". Bei der Passkontrolle werde der Personalmangel derzeit mit unerfahrenen Beamten ausgeglichen.

Es wäre nicht die erste Panne im Sicherheitskonzept bei der Vorbereitung auf Olympia 2012. Vor wenigen Tagen musste die private Sicherheitsfirma G4S, die eigentlich die Hauptlast bei der Sicherung der Spielstätten tragen sollte, einräumen, dass sie das nötige Aufgebot an Wachleuten nicht stellen kann. In dieser Woche muss Unternehmenschef Nick Buckles deshalb vor dem Innenausschuss des Parlaments aussagen und er will die Kosten für das zusätzliche Militär in Höhe von bis zu 50 Millionen Pfund übernehmen. Denn nun wird Olympia für die britischen Streitkräfte zum Großmanöver. Die Armee muss mit zusätzlich 3500 Soldaten in die Bresche springen.

Eigentlich legten die Londoner Olympia-Bewerber um Organisationschef Sebastian Coe ausdrücklich Wert auf Spiele, die nicht von Sicherheitsmaßnahmen und Polizeiauftritten überschattet werden. Nun werden Besucher des Olympia-Geländes von Afghanistan erprobten Soldaten durchsucht.

Befürchtungen, die Sicherheit der Spiele werde kompromittiert, wiesen Politiker und die Olympia-Behörden entschieden zurück. "Wir haben die feinsten Soldaten der Welt. Sie stehen bereit, ihre Pflicht zu tun, was immer die Nation verlangt", so Innenministerin Theresa May. Eine spezifische Bedrohung gebe es nicht.

Vergangene Woche wurde eine Gruppe mutmaßlicher Terroristen in der Nähe des Olympia-Geländes verhaftet und inzwischen wegen Planung eines Attentats angeklagt. Der Fall habe aber keine direkte Beziehung zu den Spielen, so die Polizei. Jedoch hatte der Chef des Inlandsgeheimdienstes MI 5, John Evans, die Spiele kürzlich als "attraktives Ziel für unsere Gegner" bezeichnet. Als die Stadt vor sieben Jahren den Olympia-Zuschlag erhalten hatte, war sie nur wenige Stunden später vom schlimmsten Anschlag ihrer Geschichte getroffen worden. Bei den Bombenattentaten auf den Nahverkehr wurden 52 Menschen getötet.

Luftabwehrraketen

Zur Sicherheit gehören neben den Soldaten auch Luftabwehrraketen, Kampfflugzeuge und einer der modernsten Kreuzer der Royal Navy, der in der Themse ankert. Ein Sprecher der Austragungsbehörde beruhigt: "Die Sicherung der Spiele ist eine komplizierte Aufgabe, die besten Köpfe des Landes sind damit befasst." Verteidigungskreise reagierten mit unverhohlener Wut und sprachen von einer für die Soldaten "erniedrigenden" Arbeit.

Aber Zweifel wachsen vor allem an G4S, dem größten privaten Sicherheitsunternehmen der Welt. In Radioprogrammen meldeten sich Mitarbeiter und berichteten über chaotische Zustände. Ein Anrufer sagte, er sei bei seiner Einstellung als Team Leader eingestuft worden, habe aber keinerlei Ausbildung erhalten. Andere sprechen von nachlässigen Sicherheitsüberprüfungen. Offensichtlich fehlen dem Unternehmen die Strukturen für die riesige Welle zusätzlicher Einstellungen.

MATTHIAS THIBAUT

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