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Zuletzt aktualisiert: 15.07.2012 um 08:23 UhrKommentare

Frau von Mülltonne getroffen: Sie will 26.000 Euro

Eine Kärntnerin wurde in Völkermarkt von einem Müllcontainer am Kopf getroffen und schwer verletzt. In einem Zivilverfahren fordert sie nun 26.100 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz. Lokalaugenschein am nächsten Verhandlungstermin ist nötig.

Foto © KLZ/Hassler

So wie die Frau den Vorfall schildert, hätte es jeden treffen können. "Ich ging in Völkermarkt am Gehsteig. Da begann es zu stürmen und zu regnen. Angrenzend zum Gehsteig, hinter einer niederen Mauer standen mehrere Müllcontainer. Plötzlich spürte ich einen Schlag auf die Stirn." Eine Altpapiertonne dürfte sich - eventuell durch den starken Wind - selbstständig gemacht haben. Der Deckel des Containers öffnete sich und donnerte der Passantin genau in dem Moment auf den Kopf, als sie vorbei ging. "Ich bin dann voll über die Gehsteigkante gestürzt und auf der Straße liegen geblieben", erzählt die Betroffene. Sie musste mit Knochenbrüchen und Gesichtsverletzungen ins Unfallkrankenhaus gebracht werden. Ein langwieriger Reha-Aufenthalt folgte. "Der Unfall ist nun über ein Jahr her, aber ich habe immer noch Schmerzen. Es geht mir gar nicht gut", klagt die Frau. Kein Wunder. Allein der Containerdeckel, der ihr auf den Kopf fiel, wog sieben Kilo.

Doch wer soll der Frau die Entschädigung zahlen, sofern sie überhaupt zugesprochen wird? Wer haftet? Die Betroffene klagte, die Firma, bei der die Müllcontainer standen. Doch diese Firma, leitete die Schuldfrage an jenes Unternehmen weiter, das für die Vermitttlung der Altpapier-Container verantwortlich war. Und dieser Betrieb wiederum verweist an jenes Unternehmen, das die Container tatsächlich aufgestellt hat. Und diese Firma, ja die, sieht sogar beim Produzenten der Mülltonnen eine Mitverantwortung. "Tausende dieser Container sind seit Jahren in Verwendung. Doch es ist noch nie etwas passiert", argumentieren die Anwälte der involvierten Firmen. "Uns ist bewusst, dass das ein tragischer Vorfall war. Und es tut uns auch leid für die Klägerin. Doch ihr muss bewusst sein, dass ein Wahnsinnsprozess auf sie zukommt, bei dem ihr mindestens vier Anwälte gegenübersitzen." Deshalb wird nun laut über eine außergerichtliche Lösung nachgedacht. Die Frau soll, so ein Vorschlag, etwa 9000 Euro bekommen. Dafür zieht sie die Klage zurück. Vorerst lehnte die Betroffene dieses Angebot ab. Und so werden sich beim nächsten Verhandlungstermin alle Anwälte plus Richter bei den Mülltonnen zum Lokalaugenschein treffen.

MANUELA KALSER

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