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Zuletzt aktualisiert: 13.07.2012 um 21:35 UhrKommentare

Fall Kampusch: Start für "Cold-Case"-Ermittlung

Unter Beteiligung des FBI rollt nun ein internationales Team den Entführungsfall neu auf. Auch die bisherigen Ermittlungen werden geprüft. Die Arbeit soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein - trotz der Vielzahl an offenen Fragen.

Foto © APA

Nun ermittelt sogar die amerikanische Bundespolizeibehörde FBI - passend dazu ist von einem "Cold Case" (neu aufgerolltes, ungeklärtes Verbrechen) die Rede: Der Entführungsfall Kampusch wird erneut untersucht. Seit dem gestrigen Freitag beschäftigen sich eigens abgestellte Spezialisten damit, Ungereimtheiten und Ermittlungspannen zu überprüfen. Dem Team wird - wie es aus dem Innenministerium hieß - völlige Akteneinsicht gewährt werden.

Die neue Mannschaft besteht aus einer 14 Mann starken operativen Gruppe und einem siebenköpfigen Lenkungsausschuss, der bei entscheidenden neuen Ermittlungsergebnissen hinzugezogen wird. Dem Ausschuss werden auch Spezialisten aus dem Ausland - wie etwa Beamte des FBI und des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA) - angehören. Bei den Ermittlern aus Österreich wurde darauf geachtet, dass die Person noch nicht in den Fall Kampusch eingebunden war.

Die Arbeit soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Falls es bereits früher entsprechende Ermittlungsergebnisse gibt, wird Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingebracht. Zwischenberichte für die Öffentlichkeit soll es nicht geben. Allerdings ist in der Vergangenheit beim Fall Kampusch vieles über undichte Stellen an die Medien gelangt.

Verworrener Fall

Der Fall wird auf Empfehlung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses neu aufgerollt. Diesem wurden allerdings bestimmte Akte, wie etwa die erste Einvernahme von Natascha Kampusch, nicht übermittelt.

Die neuerliche Untersuchung des verworrenen Falles heißt nicht, dass offene Fragen restlos geklärt werden können, wie das Innenministerium betont. Es sei auch möglich, dass die Ermittlungen erneut zu dem Ergebnis kommen, dass es zwar dubiose Personen und Widersprüche gibt, aber diese für ein neues Verfahren nicht ausreichen.

Kampusch war als Zehnjährige 1998 in Wien entführt und in ein Kellerverlies gesperrt worden. Sie konnte erst im Jahr 2006 aus dem Haus ihres Entführers Wolfgang Priklopil fliehen. Im Fall gibt es viele offene Fragen; an erster Stelle, ob es Mittäter gab.


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