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Zuletzt aktualisiert: 30.06.2012 um 05:10 UhrKommentare

Erste Beschwerde gegen BH-Mitarbeiter schon 2011

Sankt Veiter Führerschein-Skandal: Eine Fahrschule beschwerte sich bei der Bezirkshauptfrau, weil ein Prüfer bei Test mit den Kandidaten alleine sein wollte.

Ulrich Suppan, der Anwalt, des in U-Haft sitzenden Unternehmers

Foto © KLZ/FuchsUlrich Suppan, der Anwalt, des in U-Haft sitzenden Unternehmers

Hätte der Führerschein-Skandal in Sankt Veit früher auffliegen können? Möglicherweise. Bereits im April 2011 hat es einen ersten Verdacht gegen den nun entlassenen Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft gegeben. "Wir haben uns damals über den Mann beschwert", sagt Walter Leitgeb, Mitbesitzer der Fahrschule Feichtenberger in Sankt Veit.

Grund für die Beschwerde war der Wunsch des BH-Mitarbeiters bei einer Prüfung mit dem Kandidaten alleine zu sein. "Das kam für uns völlig überraschend, mitten in einer Prüfung. Und es war gegen die jahrelange Praxis, wonach sechs Kandidaten gleichzeitig geprüft werden", sagt Leitgeb. Er oder seine Frau, Ilse Leitgeb-Feichtenberger, seien bei Prüfungen immer anwesend.

Sofort nachdem der BH-Mitarbeiter einen Einzel-Test gefordert hatte, unterbrach die Fahrschulbesitzerin die Prüfung und informierte Bezirkshauptfrau Claudia Egger. Diese gab ihrem Mitarbeiter die Anweisung, das Prüfverfahren wie üblich fortzusetzen. Was auch geschah. Am 14. April 2011 gab es eine "Krisensitzung" mit Bezirkshauptfrau Claudia Egger und dem Prüfer. "Dabei haben wir deutlich klar gemacht, dass eine Änderung des Prüfungsverlaufs für uns nicht infrage kommt", sagt Leitgeb. Sogar eine Beschwerde beim Verkehrsministerium stand im Raum. Schließlich einigte man sich darauf, dass die Fahrschulbesitzer bei den Prüfungen weiterhin anwesend sein konnten.

Egger darf dazu nichts sagen. "Auch diese Vorkommnisse sind Teil der Ermittlungen der Polizei und unterliegen der Verschwiegenheitspflicht." Auskünfte wird es erst nach Ende der Erhebungen, in etwa drei Wochen geben.

Der BH-Mitarbeiter - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - war auch nach dem April 2011 als Prüfer im Einsatz. Zu weiteren Vorfällen ist es nicht gekommen - zumindest nicht in der Fahrschule Feichtenberger. "Er hat eigentlich genau gearbeitet", sagt Leitgeb. "Mit dem Wissen von heute erscheinen die Ereignisse von damals in einem anderen Licht."


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