Führerscheine: Spur führt auf den Balkan
Ein Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft Sankt Veit soll Führerscheine verkauft haben. Von rund 100 Fällen ist die Rede. Ermittlungen laufen in der Rotlicht-Szene.

Foto © KLZ/FuchsDer verdächtige Vertragsbedienstete soll bei 100 Führerscheinen "geschwindelt" haben
Sind die Urheber der Affäre um erschwindelte Führerscheine Mitglieder eines Netzwerkes der Balkan-Mafia? Diese Frage versuchen Ermittler des Landeskriminalamtes und der Kriminalgruppe der Polizeiinspektion St. Veit zu klären. Seit Jahren kursierten in Kreisen von Familien mit Migrationshintergrund aus Ex-Jugoslawien Gerüchte, bei der Bezirkshauptmannschaft Sankt Veit gäbe es Möglichkeiten "unkonventionell" zu einem Führerschein zu kommen. Mittelsmann soll ein in Kärnten lebender Unternehmer bosnischer Abstammung gewesen sein.
Zu den Manipulationen soll es bei den Führerscheinprüfungen ausländischer Kandidaten gekommen sein. Der mittlerweile entlassene BH-Vertragsbedienstete und FPK-Kommunalpolitiker soll in einer Fahrschule selbst die Antworten für die Kandidaten eingegeben haben - und dafür 1200 bis 1500 Euro pro Prüfling kassiert haben. Von rund 100 Fällen ist die Rede. Es gilt die Unschuldsvermutung.
"Der Entlassene behauptet, er sei erpresst worden - und er hat Angst", sickerte am Mittwoch aus Polizeikreisen durch. Umfeldermittlungen laufen im Rotlichtmilieu. Es geht unter anderem darum, wie junge Frauen aus Nicht-EU-Ländern in Kärnten zu Aufenthaltsgenehmigungen gekommen sind. Der beteiligte Unternehmer soll wegen Mädchenhandels in U-Haft sitzen.










