Marsmeteorit im NHM "eingeschlagen"

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Am 18. Juli 2011 schlug im Süden Marokkos ein Meteorit ein. Nomaden fanden wenige Monate später die Überreste, die sich als extrem seltene Marsmeteoriten entpuppten. Dem Naturhistorische Museum (NHM) Wien, das über eine der bedeutendsten Meteoritensammlung der Welt verfügt, ist es nun gelungen, den Marsmeteoriten zu erwerben.
Laut NHM-Direktor Christian Köberl handelt es sich um einen der bedeutendsten und teuersten Ankäufe seines Hauses in den vergangenen Jahrzehnten. Vorgestellt wurde der wissenschaftliche Schatz am Montag. Für das Publikum ist der Marsmeteorit ab sofort bis 6. Oktober in Saal V und dann dauerhaft ab der für 13. November geplanten Neueröffnung des Meteoritensaals zu sehen.
Bisher gibt es weniger als hundert Marsmeteoriten. Sie wurden vor einigen Millionen Jahren bei großen Einschlägen auf dem Mars ins All geschleudert, ehe sie vom Schwerfeld der Erde eingefangen wurden und bis zum Boden gelangten. "Das ist eine Freihaus-Lieferung von Mars-Material", sagte Köberl.
Der nun erworbene Meteorit "Tissint" - benannt nach einem kleinen Ort in der Nähe der Fundstätte - ist erst der fünfte durch Augenzeugen belegte Fall eines Marsmeteoriten und der zweitgrößte, was die gesammelte Gesamtmasse anbelangt. Der knapp ein Kilo schwere, mehr als faustgroße schwarze Stein ist das größte bekannte Einzelstück dieses Falls und wurde dem Museum Ende vergangenen Jahres zum Kauf angeboten.
Der Kaufpreis von 400.000 Euro - Meteoriten werden laut Köberl international gehandelt, zu einem Preis von bis zu 1.000 Euro pro Gramm - wäre aus dem normalen Ankaufsbudget nicht aufzubringen gewesen, sagte Köberl, der sich fühlt, "als wäre im Kunsthistorischen Museum ein neuer Rembrandt angekommen". Möglich sei dies durch die im Vorjahr dem Museum zugesprochene Erbschaft nach Oskar Ermann geworden.










