Vor Gipfelsieg abgestürzt
Beim Aufstieg zum Großglockner rutschen Samstagmittag zwei Bergsteiger aus Tschechien plötzlich aus und fielen 450 Meter in die Tiefe. Sie waren auf der Stelle tot.

Foto © Brunner ImagesDie beiden Tschechen kamen beim Aufstieg über den Stüdlgrat zum Großglockner ums Leben
Die Wetterbedingungen für eine ausgiebige Glocknertour waren am Samstag ideal. Auch die Ausrüstung der Zweierseilschaft aus Tschechien passte. Die beiden Männer (25 und 26 Jahre alt) dürften aber die ergiebigen Schneefälle in den letzten Tagen völlig unterschätzt haben. Sie wurden den Alpinisten auf dem Weg über den Stüdlgrat zum Großglockner gegen 12.30 Uhr zum Verhängnis. Auf über 3700 Meter Seehöhe rutsche der vorausgehende Alpinist aus und riss seinen Kameraden mit in die Tiefe.
Andere Bergsteiger beobachteten das Unglück und riefen laut um Hilfe. Eine weitere Seilschaft schlug schließlich über die Landeswarnzentrale Tirol Alarm. Die zwei ÖAMTC-Notarzthubschrauber C 4 und C 7 stiegen mit ihrer Crew sofort zur Absturzstelle unterhalb der Südwand des Kleinglockner auf. Zuerst gingen die Einsatzkräfte von drei abgestürzten Bergsteigern aus. Auch Männer der Bergrettung Kals und Osttiroler Alpinpolizisten wurden zum Unglücksort hochgeflogen und es klärte sich rasch auf. Am Ködniskees wurden nur zwei Männer aufgefunden. Beide hatten den 450-Meter-Absturz über die senkrechte Südwand des Kleinglockner nicht überlebt. Die Alpinisten aus Tschechien dürften auf der Stelle tot gewesen sein.
"In der Schlechtwetterfront Anfang der Woche sind bis zu einem Dreiviertel Meter Neuschnee im Glocknergebiet gefallen, das macht die Routen zurzeit besonders gefährlich", sagte Peter Tembler, Wirt der Schutzhütte "Adlersruhe" und Obmann der Bergrettung Kals.
Kurz vor dem Ziel
Für Einsatzleiter Toni Riepler von der Bergrettung Kals waren die beiden Tschechen das Ziel ganz nahe vor ihren Augen in den Tod gestürzt. "Sie hatten nur noch knapp 100 Meter bis zum Gipfelkreuz am Großglockner zu bewältigen", sagte Riepler. Die Toten wurden vom Tiroler Polizeihubschrauber ins Tal geflogen und vorübergehend in der Kalser Totenkapelle aufgebahrt.











