Hausbesetzung in der Grazbachgasse
Samstagvormittag wurden in Graz die Häuser in der Grazbachgasse 43 und 45 von den Gruppen "Selbstverwaltetes Soziales Zentrum" und "Autonomes Zentrum Jetzt" unter dem Slogan "Tortuga" besetzt.

Foto © KLZ | Eder
Aktivisten aus der autonomen Szene, die ein "Selbstverwaltetes Soziales Zentrum" fordern, haben in der Nacht auf Samstag ein leerstehendes Haus in Graz besetzt. Das Objekt Grazbachgasse 43-45 war schon einmal vor knapp fünf Jahren okkupiert und nach wenigen Tagen polizeilich geräumt worden.
Etwa 35 Aktivistinnen und Aktivisten haben das nach ihren Angaben seit mehr als zehn Jahren leerstehende, von ihnen "Tortuga" (Schildkröte) genannte Haus im Bezirk Jakomini besetzt. "Graz spielt gerne mit dem Image einer offenen, modernen Stadt, doch ein Selbstverwaltetes Soziales Zentrum gibt es nicht", hieß es in einer Aussendung unter Hinweis auf in anderen Städten existierenden derartigen Einrichtungen. Die Besetzer halten ihre Vorgangsweise für legitim, da keine Nutzungspläne für das Objekt durch den Eigentümer erkennbar seien. Dem wird allerdings widersprochen: Angeblich wird das Objekt revitalisiert.
Besetzung bereits 2007
Bei der Besetzung Anfang Oktober 2007 hatte der Besitzer, die Steirische Ärztekammer, das Haus räumen lassen. Man habe aufgrund des Erhaltungszustandes auf Wünsche der Besetzer, die sich ein "Autonomes Jugendzentrum" wünschten, nicht habe eingehen können, hieß es damals. Für das Haus Grazbachgasse 45 gab es schon damals einen gültigen Abbruchbescheid. "Die Umbauarbeiten, die sie in der Öffentlichkeit angekündigt hatten, fanden nie statt", kritisierten die Aktivisten von den Gruppen "Selbstverwaltetes Soziales Zentrum" und "Autonomes Zentrum Jetzt" am Samstag nach der abermals erfolgten Besetzung.
Seitens der Polizei wurde mitgeteilt, dass etwa zehn Personen die Häuser Grazbachgasse 43 und 45 besetzt haben. Die Eingangstüren seien versperrt. Als die Polizei am Abend räumen wollte, war das Haus wieder leer.











