Über Slowenien ins Bordell
Slowenien soll seit Jahren Drehscheibe für den Frauenhandel sein. Über das Land kommen offiziell Tänzerinnen aus der Dominikanischen Republik, die in der Prostitution landen.

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Slowenien soll als Eintrittsland für Frauen aus der Dominikanischer Republik dienen, die als Bartänzerinnen angeworben und später zur Prostitution missbraucht werden. Seit Jahren passiert das unter den Augen der Behörden, die den Frauen dazu Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung erteilen, berichtet die Tageszeitung "Delo".
Nur offizielle Tarnung
Dass der Tanz nur als offizielle Tarnung für ein Netzwerk für Frauenhandel dient, stellt auch das slowenische Außenamt fest. Die Verwaltungsbehörden unterstützen dies schweigend bereits seit Jahren, indem sie trotz Verdachts die Genehmigungen erteilen, so das Außenamt. "Es handelt sich um Prostitution, nach unserer Ansicht mit Elementen der Ausbeutung, was schon den Menschenhandel ausmacht", sagte der Leiter des Konsularsektors im Außenamt, Andrej Ster.
Bei der Anwerbung im Karibik-Staat soll ein gut organisiertes Netzwerk an der Arbeit sein, das für eine rechtmäßige und rasche Abwicklung sorgt. In Fällen, in denen die Verfahren doch ins Stocken gerieten, haben Nachtlokal-Besitzer Lobbyisten eingesetzt. Sie versuchten, die Ausgabe der Dokumente zudem über das Büro von Ex-Premier Borut Pahor und die Volksanwältin zu beeinflussen. In einem konkreten Fall hat laut Ster auch der Ex-Abgeordnete der Regierungspartei SDS, Pavel Rupar, vermittelt.
Die Nachtlokal-Besitzer sorgen dafür, dass alle offiziellen Verfahren für die Anstellung der Frauen genau eingehalten werden. So haben die Behörden nach eigenen Angaben keine andere Wahl, als die Dokumente auszustellen, obwohl sie Verdacht hegen. Alleine der Verdacht, dass sich Tänzerinnen als Prostituierte betätigen werden, reiche nicht aus, um zu handeln, sagte ein Vertreter des Arbeitsamtes. Polizei und Gerichte bleiben mangels Beweisen machtlos, denn betroffene Frauen wollen gegen die Arbeitgeber meist nicht aussagen.
Dokumente in Buenos Aires
In der slowenischen Botschaft in Buenos Aires, der einzigen in Lateinamerika, bekommen die Frauen die erforderlichen Dokumente zur Einreise. Auch die Botschaft hat selbst bei bestehenden Zweifeln keine Möglichkeit, die Aushändigung von Dokumenten zu stoppen, behauptet das Außenamt. Seit 2008 wurden laut "Delo" mehr als 350 Arbeitsbewilligungen für Bartänzerinnen ausgestellt. Die Arbeitsinspektion hat im Vorjahr in elf Nachtlokalen, wo sie eingestellt sind, keine Unregelmäßigkeiten oder Anzeichen für Menschenhandel festgestellt, hießt es offiziell.
In Argentinien, wo den Flughafenbehörden auffiel, dass etwas nicht in Ordnung sei, spricht man vom "slowenischen Weg" für den Frauenhandel. Die slowenische Regierung hat wegen der Hinweise in den Jahren 2008 und 2009 die Quoten für Arbeitsgenehmigungen für Tänzerinnen aus der Dominikanischen Republik eingeschränkt.
Im Vorjahr wurde die Maßnahme mangels Beweisen nicht angewendet.









