Verdacht auf Bestechung im Klagenfurter Rathaus
Mitarbeiter der Stadt Klagenfurt soll von der kürzlich ausgeforschten Chinesenbande mit Gratis-Essen bestochen worden sein. Im Gegenzug soll er bei Vergehen weggeschaut haben. Die illegale Küche wurde geschlossen, fünf Verdächtige verhaftet. Chinesische Schlepperbanden bleiben im Visier der Polizei.

Foto © Peutz
Tausche Strafe gegen "Ente süßsauer". Unter dem Motto soll ein Mitarbeiter des Magistrats Klagenfurt gearbeitet haben. Seine "Partner" waren Mitglieder der zu Wochenbeginn in Kärnten, Wien und Niederösterreich ausgehobenen Chinesenbande. Es besteht der Verdacht der Bestechung und des Amtsmissbrauchs, bestätigt Staatsanwalt Udo Kremnitzer von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, die die Ermittlungen leitet.
Bei dem Verdächtigen - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - soll es sich um einen Magistratsmitarbeiter handeln, der wenige Tage vor seinem Pensionsantritt steht. Er ging Fahndern im Zuge mehrmonatiger Ermittlung gegen die Chinesenmafia ins Netz. Dem Kärntner wird Geschenkannahme vorgeworfen. So soll er angeblich Einladungen zu Gratis-Essen in China-Restaurants angenommen haben. Dafür habe er im Gegenzug bei Vergehen der beteiligten Chinesen weggeschaut. Details zu diesem Fall konnte Kremnitzer nicht nennen. "Wir sind erst ganz am Anfang der Ermittlungen", sagt der Staatsanwalt.
Im Klagenfurter Rathaus hat man wenig Appetit auf eine weitere Affäre. Entsprechend zurückhaltend reagiert Personalreferent Wolfgang Germ (FPK) auf die Vorwürfe gegen den langjährigen Mitarbeiter. "Solange es keine Beweise für ein Vergehen gibt, gilt für ihn die Unschuldsvermutung." Eine rathausinterne Prüfung des angeblichen Fehlverhaltens wird es laut Germ vorerst nicht geben. "Wir müssen einmal die Ermittlungen des Landeskriminalamtes abwarten." Dass es für den Mitarbeiter im Fall des Nachweises eines Vergehens noch dienstrechtliche Konsequenzen gibt, erwartet Germ nicht. "Der Mitarbeiter geht mit Monatsende in Pension, was sollen wir da noch machen?"
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Fakten
Seit Anfang des Jahres laufen die Ermittlungen gegen eine vermeintlich kriminelle Gruppe an Chinesen in Kärnten, Wien und Niederösterreich, die unter dem Verdacht der Schlepperei und Ausbeutung stehen.
Bei der Operation "Arge General" waren am Dienstag insgesamt 240 Polizisten und 30 Finanzpolizisten im Einsatz. Es gab acht Hausdurchsuchungen (fünf davon in Kärnten) und Kontrollen nach dem Fremdenpolizeigesetz. Fünf Tatverdächtige (drei in Kärnten) wurden festgenommen. Die Polizei wird bei den Ermittlungsarbeiten von 25 Dolmetschern unterstützt.











