Chinesische Schlepperbande hielt Opfer wie Sklaven
Alle 30 Bediensteten arbeiteten in einem illegal geführten Küchenbetrieb, aus dem mehrere Lokale mit Essen beliefert worden. Nun stehen weitere Ermittlungen an.

Foto © PolizeiDie illegale Küche wurde vom Gesundheitsamt geschlossen
Nach der Großrazzia am Dienstag bei einer kriminellen Gruppe von Chinesen in Kärnten sind jetzt weitere Details bekannt. So wurde am Dienstag ein illegal geführter Küchenbetrieb ausgehoben. "Rund 30 Bedienstete - teils ohne Aufenthaltstitel und Arbeitsbewilligung - haben dort gearbeitet", sagt der Polizeisprecher Rainer Dionisio. Von dieser mittlerweile geschlossenen Küche seien bestimmte Lokale mit Essen beliefert worden.
Außerdem konnten mehrere Fälle der Schlepperei und Arbeitsverhältnisse unter widrigsten Umständen aufgedeckt werden. In Kärnten und Niederösterreich konnten insgesamt 50.000 Euro Bargeld und Vermögenswerte aus vermutlich kriminellen Machenschaften sichergestellt werden.
Die Polizei ist dabei, eine ganze Reihe von Einschleusungen und Scheinadoptionen zu überprüfen. Hierbei gebe es "den begründeten Verdacht", dass Jugendliche adoptiert worden seien, um in Österreich als billige Arbeitskräfte eingesetzt zu werden. Die beiden in Niederösterreich verhafteten Verdächtigen wurden vor etwa acht Jahren selbst illegal nach Österreich gebracht. Um ihre dabei entstandenen Schulden abzuarbeiten, mussten sie fünf Jahre lang in einem Chinarestaurant in Kärnten arbeiten. Sie schufteten sechs Tage in der Woche rund 60 bis 70 Stunden und erhielten dafür lediglich geringe Geldbeträge.
Als die beiden ihre Schuld abgearbeitet hatten, übersiedelten sie nach Niederösterreich, um dort mit genau den gleichen Methoden ihr Geschäft aufzubauen. Bei der Schwerpunktaktion in Kärnten wurden laut Polizei mehrere Fälle bekannt, in denen chinesische Staatsbürger nach genau dem gleichen Muster nach Kärnten geschleppt wurden und dann ihre Schulden abarbeiten mussten.
Weitere Ermittlungen stehen an. So fehlt von einem Festgenommenen jegliche Identität. "Er hatte sechs verschiedene Ausweise", sagt Dionisio.










