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Zuletzt aktualisiert: 12.06.2012 um 05:10 UhrKommentare

Kapelle wirft Drogen-Bäcker raus

Jener Osttiroler, der unwissenden Kollegen einen Marihuana-Kuchen servierte, wurde von der Trachtenkapelle Kals freigestellt. Dem 51-Jährigen droht nun ein Strafverfahren.

Foto © APA/Sujetfoto

"Auf der Alm, da gibt's koa Sünd', weil koa Polizist aufi kimmt!" Das dürfte wohl jener 51-jährige Osttiroler gedacht haben, als er am Wochenende seinen Musikkameraden der Trachtenkapelle Kals einen Kuchen mit berauschendem Inhalt servierte. Wie in unserer Montagsausgabe berichtet, zogen sich nach der Eröffnung des Talrundwegs Kals am vergangenen Samstag neun Musiker des örtlichen Klangkörpers auf eine Alm im Lesachtal zurück. Man wollte in über 1800 Meter Seehöhe privat ein "bisschen Gas geben". Während vier Musikanten später wieder ins Tal abstiegen, ließ es der Rest in der Almhütte noch richtig krachen.

Vier Musiker als Opfer

Damit die Stimmung steigt, kredenzte der Koch den völlig unwissenden Kollegen einen Marihuana-Kuchen. "Es war keine Drogenparty, sondern so wie man bei uns halt auf den Almen feiert", sagte Martin Gratz, Kapellmeister und Vizebürgermeister von Kals. Der Marihuana-Kuchenbäcker sei inzwischen auf unbestimmte Zeit von der Kapelle suspendiert worden. "Er hatte seine Chance für eine Auszeit erhalten", sagt Gratz. Mit einem der vier Opfer - die alle mit erhöhter Pulsfrequenz, Panikattacken, Übelkeit, Erbrechen und Schwindelgefühl von der Bergrettung ins Tal gebracht werden mussten - hat Gratz am Montag telefoniert. Es gehe mit ihm schon wieder aufwärts. Die Geschichte sei einfach "ein großer Blödsinn" gewesen, der aber in einer Musikkapelle mit vielen Jugendlichen untragbar wäre. "Unser Bergdorf hat kein Drogenproblem, wir werden die Sache aber zum Anlass nehmen, Prävention zu betreiben", so Kapellmeister Gratz.

Gegen den musikalischen "Kuchenbäcker" wurde inzwischen ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Es laufen auch Erhebungen wegen des Verstoßes gegen das Suchtmittelgesetz.

GÜNTHER HATZ

Kommentar

GÜNTHER HATZ Zum Nachdenken von GÜNTHER HATZ

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