Neuro-Krankheiten in Europa auf Vormarsch

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Neuro-psychiatrische Erkrankungen sind in Europa weiter auf dem Vormarsch: Neueste Hochrechnungen sprechen von 81 Millionen Betroffenen und jährlichen Kosten von fast 800 Milliarden Euro, betonten Experten am Wochenende beim Europäischen Neurologenkongress in Prag.
"Nach jüngsten Hochrechnungen des European Brain Council stehen wir in den 27 EU-Staaten plus Schweiz, Norwegen und Island zur Zeit bei 81 Millionen Betroffenen, also fast 16 Prozent der damit erfassten 514 Millionen Europäer", betonte Heinz Reichmann, Präsident der Europäischen Neurologengesellschaft (ENS). Rund 3.000 Experten aus aller Welt diskutieren in Prag neueste Entwicklungen aus ihrem Fachgebiet.
"Die ökonomische Last, die wir damit schultern, beträgt nicht weniger als 798 Milliarden Euro - gigantische Kosten, die wir nur durch konsequente Vorsorge und verstärkte Forschungsanstrengungen in den Griff bekommen können", fügte der Fachmann hinzu. Insgesamt sind 60 Prozent dieser Summe sogenannte direkte Kosten (durch Krankenbehandlung, Pflege etc.) und 40 Prozent Kosten durch Produktivitätsverlust, wobei die Anteile dieser Größen je nach Diagnose stark differieren.
Die traurige Hitliste: 61,3 Millionen Europäer leiden an Angststörungen. Fast 50 Millionen Personen haben häufig Migräneanfälle. Bei Schlafstörungen gibt es rund 45 Millionen Patienten. Gemütserkrankungen (Depressionen etc.) betreffen etwa 33,3 Millionen Menschen in Europa. 20 Millionen Patienten leiden an physischen Störungen, speziell an Schmerzzuständen, für die keine körperliche Ursache entdeckt werden kann. 15,5 Millionen Europäer sind von Sucht betroffen. Die Zahl der Demenzpatienten beträgt rund 6,3 Millionen.
Dazu kommen noch schwere Erkrankungen wie Epilepsie (2,6 Millionen), 1,3 Millionen Schlaganfälle pro Jahr (insgesamt betroffen: an die sieben Millionen Patienten). An Morbus Parkinson leiden 1,2 Millionen Menschen, an Multipler Sklerose etwa rund 540.000 Patienten. Neuromuskuläre Erkrankungen mit etwa 260.000 Patienten und 1,2 Millionen Personen mit traumatischen Gehirnverletzungen ergänzen das Bild.










