UFO-Alarm um fliegende Spinnen
Sie werden oft für UFOs gehalten und sind am Himmel immer öfter zu sehen: die spinnenförmigen Oktokopter, die sich bei Filmern und Fotografen wachsender Beliebtheit erfreuen.

Foto © kaliba/trieb
Sie gleiten beinahe geräuschlos durch die Luft, können bewegungslos am Himmel verharren und dann rasch in eine Richtung beschleunigen. Und: Sie sind im Kommen. Die Rede ist nicht von UFOs, sondern von jenen Flugobjekten, die von Beobachtern häufig für solche gehalten werden - von sogenannten Oktokoptern.
Gar nicht außerirdisch
Erst im Frühjahr hatte es in der Südsteiermark vermeintlichen UFO-Alarm gegeben, nachdem mehrere Zeugen eines dieser spinnenförmigen und vom Boden aus ferngesteuerten Fluggeräte beobachtet hatten. Ein anderer Oktokopter zog heuer während des Narzissenfests über dem Altausseersee neugierige Blicke auf sich.
Gesteuert wurde er in diesem Fall von einem Techniker des Regisseurs Alfred Ninaus. Der Filmemacher dreht im Ausseerland einen Beitrag für die Sendereihe Universum - und ist von seinem gemieteten Oktokopter, an dem eine schwenkbare Kamera befestigt ist, begeistert. "Da entstehen spektakuläre Bilder, die noch nicht da gewesen sind. Der Oktokopter lässt sich so präzise steuern, dass wir direkt in Adlerhorste blicken können". Gesteuert wird das Fluggerät mit einer Funkfernsteuerung und einer Sehbrille, die das Kamerabild der Drohne empfängt.
Die Funktionsweise ähnelt der eines Hubschraubers, nur dass der Oktokopter statt einen eben acht Rotoren hat. "Es gibt sie in unterschiedlichsten Ausführungen und Größen", sagt Christian Freydl, der mit seiner südsteirischen Firma "fliegendekamera.net" unter anderem Oktokopter entwirft und verkauft. Abnehmer sind meist Fotografen und Filmer. "Wir haben aber auch Gerichtssachverständige als Kunden, die etwa ein Unfallgeschehen von oben dokumentieren wollen. Diese Geräte sind absolut im Kommen", sagt Freydl.
Oktokopter im Testflug
Was mehrere Augenzeugen Ende Februar im Raum Gralla beobachtet hatten, sei ebenfalls ein Oktokopter im Testflug gewesen, bestätigt Freydl. Dahintergekommen waren die beiden Knittelfelder Sportfotografen Waltraud Kaliba und Jürgen Trieb. Nach einem Bericht in der Kleinen Zeitung über die Beobachtungen begaben sie sich gemeinsam mit dem zufällig im Lande weilenden deutschen UFO-Experten Illobrand von Ludwiger auf Recherche in die Südsteiermark. "Wir haben uns einfach durchgefragt, bis uns jemand den entscheidenden Hinweis gegeben hat", erzählt Kaliba.
In Gralla bekam das Trio den Oktokopter schließlich selbst vorgeführt. "Wir sind von der Technik begeistert, vielleicht legen wir uns selbst einmal einen zu", sagt Kaliba. Als Spielzeugausführung etwa mit vier Propellern gibt es einen Multikopter, so der Überbegriff, in Modellbaugeschäften bereits ab 100 bis 200 Euro. "Bei professionellen Geräten geht es aber erst bei 1.000 Euro los", sagt Freydl.
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Einen Oktokopterflug über das Südburgenland aus der Perspektive von Ninaus' Kamera gibt es im Internet zu sehen.











