Sieben Väter, sieben Abenteuer
Bekannte Kärntner Väter erzählen - anlässlich des heutigen Vatertages - von ihren persönlichen Erlebnissen mit ihren Töchtern und Söhnen, wie sie ihre Vaterkarenz genossen haben, lernen müssen loszulassen und von den Ritualen mit ihren Kindern.

Foto © HasslerSuperintendent Manfred Sauer
Sauer: "Die Zeit in Karenz war großartig"
Superintendent Manfred Sauer ging vor 22 Jahren in Vaterkarenz - allerdings noch unbezahlt. "Als Sohn Jakob geboren war, blieb ich zu Hause und meine Frau Renate ging arbeiten", sagt Sauer, der auch noch Papa von Paul (21), Gregor (20) und Eva (18) ist. "Es war eine sehr großartige und auch für mich sehr wichtige Zeit."
Einer neuen Phase ihrer Elternschaft sieht sich das Villacher Ehepaar Sauer bald entgegen: "Das Haus wird immer leerer. Unsere Kinder gehen langsam, aber sicher ihre eigenen Wege." Jakob studiert bereits (weshalb er auch nicht auf dem Foto oben zu sehen ist). Die beiden anderen Söhne machen gerade die Matura und sind dann auch bald weg. Deshalb sind dem 51-Jährigen auch die fixen Treffpunkte sehr wichtig - ganz besonders bei den Mahlzeiten sitzt die Familie immer zusammen und beredet den Tag.
Den Vatertag feiert Sauer mit seinen Kindern heute nicht. "Ich finde das ein wenig übertrieben", meint Sauer. Kein Wunder, dass auch der Muttertag bei Familie Sauer nur sporadisch eine Rolle spielt.
Rogner: "Wichtig ist nur, dass ich die Kinder habe"
"Meine vier Töchter haben mir bereits letzten Sonntag zum Vatertag gratuliert", erzählt der Kärntner Unternehmer Robert Rogner junior und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. "Mir ist der Tag nicht so wichtig. Wichtig ist nur, dass ich die Kinder und meine Frau habe. Bei uns gibt es sechs Mal Freude und genauso sechs Mal Stress." Der Muttertag spielt in der Familie Rogner allerdings eine weitaus größere Rolle. Seine Töchter zwischen 5 und 15 Jahren verwöhnen ihre Mutter mit einem Frühstück und überraschen sie mit gebastelten Geschenken.
Als der 42-jährige Villacher das erste Mal Vater wurde, war das für ihn ein Einschnitt in seinem Leben. Aber kein unangenehmer: "Ich möchte keinen Tag missen."
Gstättner: "Für Töchter immer da sein"
Lange Zeit wollte der Schriftsteller und Philosoph Egyd Gstättner (50) nicht Papa werden: "Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, einem Wesen eine Existenz aufzuhalsen." Doch als vor 20 Jahren seine erste Tochter Sonja zur Welt kam und sechs Jahre später dann Isabella, war es um ihn geschehen. "Es ist das Schönste, Vater zu sein!" Seine Hauptleistung als Vater sieht der Klagenfurter in erster Linie darin, dass er immer für die Töchter da ist. "Ich glaube, das Schlimmste für sie wäre, wenn sie einen von uns nicht mehr hätten." Deshalb versuchen seine Frau Gerda und er, ihnen ein stabiles Gerüst mit auf den Weg zu geben. Für den Vatertag wünscht er sich etwas sehr Altmodisches: "Dass Kinder das Glück haben, mit beiden Elternteilen aufzuwachsen."
Kainz: "Glück und Verantwortung"
Im Haus des Ex-"Dancing Stars" und Tanzschulbesitzers Andy Kainz herrscht Gleichberechtigung: Am Muttertag wird seine Frau Kelly genauso geehrt, wie er heute am Vatertag. Und das, obwohl Töchterchen Grace im September erst zwei Jahre alt wird. "Wenn sie uns heute in der Früh ein wenig länger schlafen lässt, ist das ein ganz großes Geschenk", sagt Kainz, dem vor der Geburt seiner Tochter nicht recht bewusst war, was für eine große Verantwortung, aber auch welch großes Glück man doch hat. Auf die Frage, ob Grace bald ein Geschwisterchen bekommt, antwortet Kainz geheimnisvoll: "Der Wunsch ist da."
Kaulfersch: "Die Kinder sind nicht mein Eigentum"
"Wenn meine Kinder bei mir sind, ist für mich Vatertag", sagt Wilhelm Kaulfersch, Leiter des Eltern-Kind-Zentrums im Klinikum Klagenfurt. "Dass heute Vatertag ist, habe ich gar nicht gewusst."
Seinen beiden erwachsenen Söhnen, Carl und George, hat der Krumpendorfer immer versucht, nicht zu bevormunden. "Denn schließlich sind meine Kinder nicht mein Eigentum. Mir war es immer wichtig, ihre Sicherheit und ihr Urvertrauen nicht zu zerstören", erklärt Kaulfersch, für den die Vaterrolle ein sehr beglückendes und zufriedenstellendes Gefühl ist. Viel Freude bereitet dem 57-Jährigen seit mehr als zwei Jahren auch sein kleiner Enkel Teo. "Mit ihm entdecke ich die Welt wieder ganz von Neuem."
Ventre: "Kuscheln vor dem Einschlafen"
Heute hat der Kärntner ORF-Moderator und "Dancing Star"-Finalist zwar Dienst, doch der Vatertag wird trotzdem ein wenig gefeiert. "Mein Sohnemann richtet mir das Frühstück", sagt Marco Ventre, Papa des elfjährigen Lucca. Ansonsten ist dem Villacher der Vatertag nicht wirklich wichtig. "Mein Engagement hängt nicht von diesem Tag ab. Schließlich heißt es ja Elternteil - da hat jeder seinen Teilbereich zu erfüllen." Das macht der 37-Jährige mit großer Freude und Hingabe. "Ich genieße das Vatersein", sagt Ventre, der auch seinen Sohn zu 90 Prozent nicht ohne ihr Ritual, Kuscheln und Eskimobussi (Anm. d. Red.: Nase an Nase reiben), ins Bett gehen lässt. "Wir besprechen den Tag und reden alles aus. Denn zerkriegt schlafen gehen, gibt es bei uns nicht."
Wrolich: "Ein Tag ohne Söhne ist ein verlorener"
"Seitdem ich Vater bin, hat der Begriff Familie für mich einen ganz anderen Wert", erzählt der ehemalige Radprofi Paco Wrolich. "Ich möchte am liebsten immer nur bei meinen Söhnen sein. Jeder Tag ohne meine Kinder ist für mich ein verlorener Tag. Wenn ich gewusst hätte, wie schön das Vatersein ist, hätte ich schon viel früher Vater werden wollen." Der älteste Sohn Manolo ist sechs, Santiago drei und Inigo eineinhalb Jahre alt.
Als sein erster Sohn auf die Welt kam, hat sich für den Klagenfurter in seiner Art und Weise zu denken viel verändert. "Ich war als Radprofi früher risikobereiter. Das hat sich nach Manolos Geburt vollkommen geändert", erzählt der 38-Jährige, der als Sprinter immer einer sehr großen Gefahr ausgesetzt war. "Seitdem bin ich auch im Training nur noch mit Helm gefahren."
Zu den Vater-Söhne-Ritualen zählen - wie könnte es anderes auch sein - kleine Radtouren durch und rund um Klagenfurt. "Da verzichte ich nur all zu gerne auf ausgedehnte Radtouren durch die Karawanken mit meinen Freunden", sagt Wrolich, der mit Elka verheiratet ist.










