Anzeige: Mit Schlange ins Amt
Der Osttiroler Hermann Walder wollte die Bezirksbehörde in Lienz mit einer Schlange erschrecken. Jetzt bekam er dafür die Rechnung präsentiert.

Foto © Fotolia, KLZ/HatzHermann Walder, vulgo "Schaller Hermann", betrat die Bezirkbehörde in Lienz mit einer Schlange
Hermann Walder ist auf Ämtern in Österreich kein Unbekannter. Der Bruder des vor 30 Jahren von einem Jäger erschossenen Wilderer Pius Walder kämpft seit dieser Zeit gegen den "Amtsschimmel" an. Nicht immer mit tauglichen Mitteln.
So betrat der gebürtige Villgrater vor Tagen die Bezirksbehörde (BH) in Lienz. "Ich wollte mich über eine anonyme Anzeige gegen meine Frau beschweren", erzählt Walder. Dafür wählte er allerdings eine recht unkonventionelle Art. In der Hand trug Walder eine Milchkanne mit brisantem Inhalt. "Da schaugs her, ich habe enk was mitgebracht", sagte Walder und öffnete den Deckel. Eine schwarzgraue Schlange züngelte und wälzte sich darin. Mit Geschrei flüchtete das Personal aus dem Bürgerservicebüro, denn keiner wusste - ist die Schlange giftig? Walder: "So ein Blödsinn, eine Schlingnatter ist doch ungiftig." Diese Glattnatter wird aber nicht selten mit der giftigen Kreuzotter verwechselt.
Daher fand Bezirkshauptfrau Olga Reisner den Besuch gar nicht lustig: "Es ist zutreffend, dass aufgrund dieses Sicherheitsvorfalles in der BH Lienz eine Anzeige bei der Polizei im Hinblick auf eine etwaige Übertretung zum Strafgesetzbuch eingebracht wurde." Da es sich um laufende Ermittlungen handeln würde - zudem die Zuständigkeit derzeit bei Gericht anhängig wäre - ist Reisner nicht in der Lage, nähere Details bekannt zugeben.
Nicht viel gesprächiger zeigt sich Osttirols Polizeichef Silvester Wolsegger: "Unsere Beamten ermitteln, welche strafrechtlich relevante Folgen die Tat hat." Ob es sich dabei um Körperverletzung, Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder um einen Anschlag auf den Behördenapparat handle, wollte Wolsegger nicht sagen. "Das wäre zu diesem Zeitpunkt verfrüht." Übrigens: Die Schlange hat "Schlingel" Walder schon wieder in freier Natur ausgesetzt.











