Schönborn und Fischer gegen Sparen bei Hilfe

Foto © APA
Gegen die geplanten Kürzungen der Bundesregierung bei der internationalen Entwicklungshilfe hat sich am Freitag eine ungewöhnliche "Koalition" gebildet. Im Rahmen der Caritas-Hunger-Konferenz in Wien appellierten sowohl Kardinal Christoph Schönborn als auch Bundespräsident Heinz Fischer, das Vorhaben nicht durchzuführen. Für ihr gemeinsames Auftreten ernteten die beiden tosenden Applaus.
"Hunger ist für uns ein allzu fernes Leid", sagte Schönborn in seiner Rede vor mehreren hundert Zuhörern in der Akademie der Wissenschaften. "Ich bitte, die geplanten Kürzungen nicht durchzuführen." Fischer erinnerte daran, dass auch die Österreicher nach dem Zweiten Weltkrieg hungern mussten und auf Hilfe von außerhalb angewiesen waren. "Das allein sollte schon Grund genug sein, um jetzt nicht wegzuschauen."
Der Bundespräsident verwies in diesem Zusammenhang auf die "internationalen Verpflichtungen" Österreichs punkto Entwicklungshilfe. "Die Kürzungen sind außerordentlich schmerzlich und unerfreulich." Er schloss sich der Forderung Schönborns spontan an und bezeichnete diese "Koalition" als "nicht die schlechteste Form der Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat".
"Wir alle hier haben den Hunger satt." Mit diesen Worten trat Caritas-Präsident Franz Küberl vor die Presse. Gemeinsam mit namhaften Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Wissenschaft forderte Küberl nicht nur langfristig die "Abschaffung" von Hunger in der Welt, sondern vor allem die Abwendung einer humanitären Katastrophe in der Sahelzone.
"Wir sind wütend darüber, dass so viele Menschen einen sinnlosen, vermeidbaren Tod sterben müssen. Deshalb hoffe ich, dass von hier ein starkes Signal ausgeht", so der Caritas-Präsident. Lob gab es von Küberl für die spontane "Allianz" von Kardinal Schönborn und Bundespräsident Fischer.











