Untersuchungsbericht - drei Jahre nach Todesflug
Am 1. Juni 2009 war die Maschine der Air France in den Atlantik gestürzt, am 30. Juni 2012 sollen die Angehörigen der Opfer den Bericht erhalten. Bislang war die Frage nach der Verantwortung für das Unglück unbeantwortet geblieben.

Foto © APAEin Airbus-Wrackteil bei seiner Bergung
Drei Jahre nach dem rätselhaften Todesflug AF 447 mit 228 Toten hat die französische Justiz ihren Untersuchungsbericht angekündigt. Am 1. Juni 2009 war die Maschine der Air France in den Atlantik gestürzt, am 30. Juni 2012 sollen die Angehörigen der Opfer den Bericht erhalten.
"Das bedeutet nicht das Ende"
Die Unfallermittlungsstelle BEA hat zuvor ihren eigenen Bericht für den 5. Juli angekündigt. "Das wird dann für uns nicht das Ende, sondern erst den Anfang bedeuten", sagte Bernd Gans von der Vereinigung der Opfer-Angehörigen HIOP AF447 am Mittwoch. Ein eigenes Gegengutachten zu erstellen, sei allerdings zu aufwendig. "Für uns Hinterbliebene bleibt danach dann nur noch der Weg, über das laufende Ermittlungsverfahren weitere Fragen zu stellen", sagte Gans.
Die Nachrichtenagentur AFP hatte den Vorsitzenden des Verbands der französischen Opfer-Angehörigen mit den Worten zitiert: "Wir sind heute durch einen Brief der Ermittlungsrichterin über die Verbreitung des Berichts am 30. Juni informiert worden". Er werde erste Rückschlüsse der juristischen Experten erlauben.
Die französischen Ermittler stützen sich auf die Auswertung der Flugdatenschreiber des Unglücksflugzeugs. Nach deren Bergung aus 4.000 Metern Meerestiefe waren die letzten Minuten des Fluges rekonstruiert worden. Demnach war der Airbus am 1. Juni 2009 auf dem Nachtflug Rio-Paris in rund vier Minuten aus 11.500 Metern Höhe ins Meer gestürzt. Alle 228 Menschen an Bord starben, darunter 28 Deutsche. An Bord war auch eine Österreicherin.
Verantwortung für das Unglück?
Die BEA hat die Umstände des Unfalls nachgezeichnet, sich bisher mit einer Antwort zur Frage nach der Verantwortung für das Unglück aber weitgehend zurückgehalten. Der Hersteller Airbus und Air France wurden mehrfach einer Mitschuld am Unglück verdächtigt. Gegen sie laufen Ermittlungen der französischen Justiz. Opfer-Angehörige hatten wiederholt kritisiert, dass sich die Untersuchung hinschleppe. Sie hatten auch Zweifel an den Zielen der BEA geäußert und die Offenlegung aller aufgezeichneten Daten gefordert.
Nach bisheriger BEA-Darstellung hatte die Crew nach dem Ausfall der Geschwindigkeitsmesser den Jet in fataler Weise hochgezogen und so einen rapiden Sinkflug eingeleitet.







