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    Zuletzt aktualisiert: 19.06.2012 um 07:52 UhrKommentare

    Negativpreis für picksüße Kindertees

    Den "Goldenen Windbeutel" für die dreisteste Werbelüge bekommt heuer die Firma Hipp für ihre Instanttees für Kleinkinder: "Zuckergranulat mit Wasser aufgegossen!", wird angeprangert. Ein 200-Milliliter-Tasse soll umgerechnet zweieinhalb Stück Würfelzucker enthalten.

    Quelle © AP

    Den "Goldenen Windbeutel" für die dreisteste Werbelüge bekommt heuer die Firma Hipp für ihre Instanttees für Kleinkinder. Bei einer Internetabstimmung über fünf umstrittene Produkte entschieden sich 34,1 Prozent der rund 130.000 Teilnehmer für die Tees auf Zuckergranulat-Basis, wie die Verbraucherorganisation Foodwatch am Dienstag in Berlin mitteilte. Hipp hatte wegen der scharfen Kritik bereits angekündigt, die Tees voraussichtlich bis Jahresende vom Markt zu nehmen.

    Die Verbraucherschützer hatten im Mai kritisiert, dass die Instanttees "Früchte", "Waldfrüchte" und "Apfel-Melisse" von Hipp pro 200-Milliliter-Tasse umgerechnet zweieinhalb Stück Würfelzucker enthalten. Empfohlen für Kleinkinder seien hingegen nur ungesüßte Getränke. "Zuckergranulat mit Wasser aufgegossen: Eltern ein solches Produkt für Kleinkinder zu empfehlen ist unverantwortlich", kritisierte Oliver Huizinga von Foodwatch am Dienstag. Es passe "in keiner Weise zu dem Anspruch von Hipp, kindgerechte und gesunde Produkte anzubieten". Es sei richtig, dass Hipp die Zuckergranulat-Tees nun aus dem Sortiment nehme.

    Auf dem zweiten Platz in der Foodwatch-Abstimmung landete mit 27,5 Prozent das "Viva Vital Hackfleisch" vom Discounter Netto, das den deutschen Verbraucherschützern zufolge mit Wasser gestreckt ist. Platz drei belegte die laut Werbung den Cholesterinspiegel senkende Margarine "Becel pro-activ" von Unilever, gefolgt von "Clausthaler Classic" von Radeberger - das als "alkoholfrei" beworbene Bier enthält laut Foodwatch 0,45 Volumen-Prozent Alkohol.

    Auf dem fünften Platz wählten die Verbraucher in der Internetabstimmung den Tee "Landlust Mirabelle & Birne" von Teekanne, laut Foodwatch ein Standard-Industrie-Früchtetee, der nur teurer verkauft werde.

    S. SAURUGGER/red.

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    Fakten

    Foodwatch wendet sich mit der Kampagne gegen irreführende Werbepraktiken von Lebensmittel-Herstellern. Dazu stellt die Organisation regelmäßig Produkte vor, die nach ihren Angaben nicht das halten, was sie versprechen. Fünf dieser Produkte hatte eine Jury nun im Internet zur Abstimmung gestellt, diese lief vom 22. Mai bis zum 18. Juni auf der offiziellen Website (siehe oben).

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