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Zuletzt aktualisiert: 26.05.2012 um 21:12 UhrKommentare

"Wir haben den Mord noch lange nicht verarbeitet"

Erleichterung bei Johann und Wilhelm Hauser: Der Mord an ihrem Bruder und dessen Freund in Costa Rica ist nach zwei Jahren geklärt.

Foto © Hans Breitegger

Zweieinhalb Jahre hatte es gedauert, bis alle Täter in Haft waren. "Mir ist alles zu langsam gegangen", erinnert sich Johann Hauser aus Knittelfeld. "Aber im Nachhinein betrachtet hat die Kriminalpolizei in Costa Rica richtig gearbeitet. Sie hat eben Zeit gebraucht, um die Tat zu klären."

Der Haupttäter, ein ortsbekannter Krimineller, hatte sich bereits im August des vorigen Jahres gestellt, nachdem er ein Geschäft überfallen hatte und in eine Schießerei mit Polizisten verwickelt worden war. Seine Schwester und zwei Freunde wurden am Montag verhaftet. Am Dienstag klickten schließlich für einen uniformierten Dorfpolizisten die Handschellen. Kriminalbeamte verhafteten ihren Kollegen im Dienst.

Damit ist das Verbrechen an den beiden Obersteirern Horst Hauser (67) und Herbert Langmeier (65) geklärt. Noch heuer soll der Prozess gegen die fünf Beschuldigten stattfinden.

Johann und Wilhelm Hauser, die Brüder des ermordeten Horst Hauser, sitzen ständig vor dem Computer und verfolgen das Geschehen in Costa Rica. "Wir sind mit dem österreichischen Konsul in Verbindung", erzählen sie. Konsul Manfred Maurer - übrigens ein Zeltweger - habe sich sehr für Sache eingesetzt und die Ermittlungen vorangetrieben.

Streit bei Party?

Nach und nach werden die Details des Verbrechens bekannt. Die Verdächtigen behaupten, dass es bei einer Party im Haus von Horst Hauser in Dos Brazos zu einem Streit gekommen sei. Im Zuge dieser Auseinandersetzung seien die beiden Obersteirer ums Leben gekommen.

"Eine reine Schutzbehauptung", sagt Johann Hauser. "Niemals hat mein Bruder eine Party gegeben und dubiose Gestalten in sein Haus eingeladen", ist er überzeugt. Herbert Langmeier hat viele Jahre im selben Ort gewohnt, bis er in die Hauptstadt von Costa Rica übersiedelt war. "Langmeier hat den Hauptverdächtigen von Kindheit an gekannt. Er hatte meinen Bruder vor diesem Mann sogar gewarnt", weiß Johann Hauser. "Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass er diese Leute nicht eingeladen hatte. Sie müssen sich unter einem Vorwand Zutritt zum Haus verschafft haben."

Das war zu Weihnachten 2009, als Langmeier bei seinem Freund zu Besuch war. Auf die beiden Steirer wurde eingetreten und eingeschlagen, so kräftig, dass sogar zwei Sesselfüße abgebrochen waren. "Das war hartes Teakholz", betont Johann Hauser.

Spuren beseitigt

Die Leichen wurden verscharrt. Erst ein Hochwasser im Mai des vorigen Jahres spülte die Körper der vermissten Steirer wieder ans Tageslicht (wir berichteten).

Der Haupttäter hatte sich für mehrere Wochen im Haus des Steirers niedergelassen, dessen Konto geplündert und war mit dem Auto von Horst Hauser unterwegs. Die Spuren am Tatort hatten die Täter sorgfältig beseitigt.

Johann Hauser war nach dem Verschwinden seines Bruders und dessen Freund in Dos Brazos, um selbst Nachforschungen anzustellen. Der Staatsanwalt stellte ihm eine Vollmacht aus, damit er dem Hauptverdächtigen die Hausschlüssel abnehmen konnte.

"Ich bin damals mit zwei Polizisten zum Haus meines Bruders gefahren. Einer der beiden dürfte nun als Mittäter verhaftet worden sein", vermutet der Knittelfelder, der noch immer nicht glauben kann, dass sein Bruder auf so brutale Weise umgekommen ist. "Ich wache heute noch schweißgebadet auf. Dann kommen immer wieder schreckliche Bilder. Ich stelle mir vor, wie sie Horst und den Herbert totgeschlagen haben. Unvorstellbar."

"Wir haben die Urne unseres Bruders hier in Knittelfeld beerdigt, aber den Mord noch lange nicht verarbeitet", versichert Wilhelm Hauser. "Und jedes Mal, wenn uns neue Nachrichten erreichen, kommt alles wieder hoch."

HANS BREITEGGER

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