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    Zuletzt aktualisiert: 26.05.2012 um 16:05 UhrKommentare

    Kammerdiener des Papstes drohen 30 Jahre Haft

    Enthüllungsskandal im Vatikan: Dem Kammerdiener von Benedikt XVI. wird ein "Anschlag auf die Sicherheit des Papstes" vorgeworfen. Nicht ausgeschlossen wird, dass noch weitere Personen in den Skandal verwickelt sind.

    Düstere Wolken über dem Vatikan: Der Papst ist "schmerzhaft betroffen".

    Foto © ReutersDüstere Wolken über dem Vatikan: Der Papst ist "schmerzhaft betroffen".

    Für Papst Benedikt XVI. hätte der Schock wohl nicht größer sein können. Ausgerechnet sein persönlicher Kammerdiener, Paolo Gabriele, der sich seit 2006 täglich in seiner Wohnung um all seine Bedürfnisse kümmerte, soll vertrauliche Informationen aus dem Vatikan an die Öffentlichkeit gebracht haben. "Schwer betroffen und schockiert" sei der Heilige Vater nach den neuesten Enthüllungen in der Affäre um die Weitergabe vertraulicher Vatikan-Dokumente an die Medien, verlautete aus Kreisen um Benedikt XVI. Am Samstag bestätigte der Vatikan, dass eine formelle Untersuchung gegen den 46-jährigen Kammerdiener aufgenommen worden sei.

    Vatikanische Justiz ist zuständig

    Die Untersuchung wurde Vatikan-Richter Piero Antonio Bonnet anvertraut, wie der vatikanische Pressesprecher Pater Federico Lombardi mitteilte. Der am Donnerstagabend verhaftete Gabriele, Vater von drei Kindern, bleibe in Haft. Er befindet sich in einer Zelle, in der üblicherweise Schweizergardisten bei Vergehen vernommen werden. Er habe zwei Rechtsanwälte mit seiner Verteidigung beauftragt. Da der Kammerdiener im Vatikan wohne, unterstehe er der vatikanischen Jurisdiktion, sagte Lombardi. Er bestätigte, dass in Gabrieles Wohnung vertrauliche Dokumente gefunden worden seien. Die Untersuchung werde länger dauern. Bisher hatte der Vatikan den Namen des Verdächtigen nicht bekanntgegeben.

    Bis zu 30 Jahre Haft drohen dem Mann, dem laut italienischen Medien ein "Anschlag auf die Sicherheit des Papstes" vorgeworfen wird. Gabriele habe unter anderem persönliche Briefe an den Heiligen Vater weitergegeben, was die Sicherheit des Vatikanstaates gefährde. Seit Jahrhunderten war im Vatikan niemand verhaftet worden. "Der Skandal droht Benedikts Pontifikat stark zu belasten", kommentierte die römische Zeitung "La Repubblica".

    In einigen Unterlagen, die Gabriele an die Medien weitergegeben haben soll, geht es angeblich um Vorwürfe der Korruption, des Missmanagements, der Günstlingswirtschaft und um Kritik an der Führung der Vatikan-Bank IOR ("Istituto per le Opere di Religione"), deren Präsident Ettore Gotti Tedeschi am Donnerstag entlassen wurde. Gabriele habe außerdem Briefe des Papstes an seinen Sekretär Monsignore Georg Gänswein sowie Dokumente zum Fall um die 1983 entführte Vatikan-Bürgerin Emanuela Orlandi an die Öffentlichkeit gelangen lassen.

    Das Amt des Päpstlichen Kammerdieners gehört zu den diskretesten Aufgaben im Vatikan, wie Kathpress schreibt. Als "Maggiordomo" organisiert er den Haushalt des Papstes im dritten Stock des Apostolischen Palastes, ist in einer Person Butler, Hausmeister und Kellner. Zusammen mit den beiden Privatsekretären - Georg Gänswein und Alfred Xuereb - und den vier Hausdamen - Ordensfrauen von der Gemeinschaft der "Memores Domini" - gehört er zur Päpstlichen Familie. Wie sein Vorgänger Angelo Gugel, dem er schon unter Johannes Paul II. zuarbeitete, lebt er in einem Haus innerhalb der Vatikanstadt.

    Die Weitergabe vertraulicher Informationen beschäftigt den Heiligen Stuhl, seit der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi angebliche Geheimdokumente aus dem Vatikan veröffentlicht hat. In einem Buch mit dem Titel "Sua Santita" (Seine Heiligkeit) publizierte er nach eigenen Angaben "Geheimpapiere von Benedikt XVI.". Dazu gehören Briefe und Faxe sowie Gesprächsvorlagen für den Papst. Unter anderem wurde ein internes Vatikan-Memorandum für ein Treffen des Kirchenoberhauptes mit dem italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano abgedruckt.

    Wurde Gabriele manipuliert?

    Nicht ausgeschlossen wird, dass andere Personen in den Skandal verwickelt sind und es zu weiteren Festnahmen kommt. Im Vatikan wird nach Personen gesucht, die Gabriele zur Unterschlagung der Dokumente bewogen haben könnten. Vermutet wird, dass er manipuliert worden sei. "Paolo liebt den Papst, er würde ihn nie verraten. Ich kenne ihn seit Jahren, und alle schätzen ihn", sagte Gabrieles Seelsorger nach Angaben der Turiner Tageszeitung "La Stampa". Der Priester wollte anonym bleiben.

    Spekuliert wird nun, ob es einen Zusammenhang zwischen der Festnahme Gabrieles und der am Donnerstag beschlossenen Entlassung des Chefs der Vatikanbank IOR gibt. Dieser musste nach einem Misstrauensvotum des Aufsichtsrats zurücktreten. Der Bankmanager, der mehr Transparenz in die Geschäfte der Vatikanbank bringen sollte, habe trotz wiederholter Mahnungen "bestimmte Aufgaben von vordringlicher Wichtigkeit nicht ausgeführt", teilte der Vatikan am Freitag mit. In italienischen Medien wurde auch über einen möglichen Zusammenhang mit dem Enthüllungsskandal spekuliert. Interimistisch wird die Bank jetzt vom bisherigen Vizepräsidenten Ronaldo Hermann Schmitz, Vertreter der Deutschen Bank im IOR-Vorstand, geleitet werden, wie italienische Medien berichteten.

    Machtkämpfe und Intrigen sollen zur Ausgrenzung des IOR-Chefs geführt haben, der in den vergangenen Monaten immer wieder mit dem vatikanischen Staatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone in Konflikt geraten war. Die Vatikanbank wurde in der Vergangenheit bereits wegen undurchsichtigen Finanzgebarens kritisiert, unter anderem im Zusammenhang mit Geldwäsche. Gotti Tedeschi bestritt Verwicklungen in den Enthüllungsskandal vehement.

    Quelle: APA

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