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    Zuletzt aktualisiert: 25.05.2012 um 21:04 UhrKommentare

    Auf der Suche nach drei guten Hirten

    Drei Diözesen Österreichs bekommen in den nächsten Monaten neue Bischöfe: Vorarlberg, Salzburg und die Steiermark. Bischöfliche Reisediplomatie soll Debakel wie in den achtziger Jahren verhindern.

    Foto © APA

    Dass Bischofsernennungen nicht einfach gute Nachrichten mit anschließendem Hochamt sein müssen, wissen Österreicher seit den späten 80er Jahren. Den Anfang machte Wien. Dem 80-jährigen Kardinal Franz König schickte Papst Johannes Paul II. 1986 einen Nachfolger ins Haus, der offensichtlich den Auftrag hatte, für Ordnung im Land zu sorgen: den so frommen wie sonderbaren Benediktinerpater Hans Hermann Groer.

    Salzburg war der nächste Schock. Dort darf das Domkapitel den Bischof aus drei Namen wählen, die Rom aussucht. Neben Klaus Küng vom Opus Dei und Andreas Laun stand der kämpferische Landpfarrer Georg Eder auf der Liste. Er schien den geschockten Domherren das geringste Übel. Küng bekam Vorarlberg, Laun sollte später Weihbischof in Salzburg werden. Nach St. Pölten sandte Rom den streitsüchtigen Wiener Weihbischof Kurt Krenn.

    Es war ein Generalangriff auf eine Kirche, die in Rom offenbar als dringend korrekturbedürftig galt. Der Wendeversuch ging gründlich schief. Groer musste 1995 - spät aber doch - wegen eines Missbrauchsskandals sein Amt aufgeben, Krenn verhedderte sich bald im Netz seiner eigenen Intrigen. Dass ausgerechnet sein Priesterseminar mit Sexskandalen Schlagzeilen machte, zwang ihn zuletzt zum Rückzug. Küng eilte aus Vorarlberg zu Hilfe.

    25 Jahre später stehen wieder drei Diözesen zur Nachbesetzung an. Vorarlberg ist schon seit November des Vorjahres vakant. Benno Elbs, lange Jahre Generalvikar von Bischof Elmar Fischer, administriert die Diözese Feldkirch seither. Zum Bischof - wie es allseits erwartet wird - hat ihn Papst Benedikt noch nicht gemacht.

    Nun also Salzburg. Erzbischof Alois Kothgasser ist am kommenden Dienstag 75 Jahre alt und muss sein Rücktrittsgesuch einreichen. Damit beginnt ein Prozess, der eine Anomalie in der römisch katholischen Kirche darstellt. Zwölf Domkapitulare werden gebeten sein, aus drei Namen, die Rom bestimmt, ihren neuen Bischof zu wählen.

    Brüskes Wendemanöver

    Entscheidend ist also die Vorauswahl. Die verheerenden Erfahrungen mit dem brüsken Wendemanöver des polnischen Papstes sollte eigentlich eine Wiederholung vereiteln. Beide Seiten haben aus dem Schaden gelernt. Österreichs Bischöfe wissen heute, dass der direkte Kontakt zu den römischen Behörden, möglichst zum Papst direkt, unerlässlich ist. Berichten nicht sie, tun es andere. So war es vor 25 Jahren, so wäre es heute gewiss wieder.

    Besser als ihr Ruf

    Das erklärt die emsige Reisetätigkeit der Bischöfe in die Zentrale. "Die österreichische Kirche ist besser als ihr Ruf", wiederholte der steirische Bischof Egon Kapellari wieder und wieder, als er vor wenigen Wochen mit Journalisten eine Tour durch die römischen Dikasterien, so heißen die Ministerien des Kirchenstaats, absolvierte. Auch sein überdeutlicher Hirtenbrief vor einigen Wochen diente wohl vor allem als Signal an Skeptiker in Rom: Wir haben die Kirche - und die Pfarrerinitiative - im Griff, auch ohne Nachhilfe aus Rom.

    Ziel dieser Politik ist es, polarisierende Ernennungen wie einst zu vereiteln. Der Streit um die Wendebischöfe hat die langsame Auswanderung aus einer Institution beschleunigt, der anzugehören nicht mehr Schicksal ist. "Unfreiwilliges downsizing" nennt der Soziologe und Theologe Paul M. Zulehner die Schrumpfung einer Kirche, die keine Druckmittel mehr zur Verfügung hat. Sie muss Menschen von ihrem Sinnangebot überzeugen, sonst werden sie es anderswo suchen. Umfragen zeigen, dass ein Drittel der Kirchenmitglieder in letzter Zeit an einen Austritt gedacht hat. In dieser Situation gehe es darum, "tragfähige und attraktive Bindungen" zu stärken, schreibt Zulehner. Kampfbischöfe sind, wie wir aus leidvoller Erfahrung wissen, dazu kaum in der Lage.


    Würdenträger

    Diözese Graz-Seckau

    Egon Kapellari kam am 12. Jänner 1936 in Leoben zur Welt, studierte Rechtswissenschaften und erst anschließend Theologie. Nach Jahren als Hochschulseelsorger in der Hochschulgemeinde Graz wurde er 1981 zum Bischof der Diözese Gurk ernannt. 2001 trat er die Nachfolge von Bischof Johann Weber in der Diözese Graz-Seckau an. Im Jänner 2011 wurde sein Rücktrittsgesuch abgelehnt und seine Amtszeit um zwei Jahre verlängert. Kapellari ist Autor zahlreicher Bücher. Als Medien-Bischof ist er auch Präsident der Katholischen Medien-Akademie in Wien.

    Erzdiözese Salzburg

    Alois Kothgasser, geboren am 29. Mai 1937 im steirischen Lichtenegg, trat 1955 in dem Orden der Salesianer Don Boscos ein. Er studierte in Rom, wo er auch lehrte. 1997 wurde er Bischof der Diözese Innsbruck als Nachfolger von Reinhold Stecher. 2002 folgte er Georg Eder als Erzbischof von Salzburg und Primas Germaniae.

    Diözese Feldkirch

    Elmar Fischer kam am 6. Oktober 1936 in Feldkirch zur Welt. 1989 wurde er Generalvikar der Diözese Feldkirch. Seit 2004 vertrat er Bischöf Klaus Küng, der die Diözese St. Pölten sanieren sollte. 2005 wurde er zum Bischof von Feldkirch ernannt. Im November des Vorjahres wurde sein Rücktrittsgesuch angenommen.

    Bischofsernennung

    Rücktritt: Spätestens mit dem 75. Geburtstag müssen Bischöfe ihren Rücktritt in Rom einreichen. Salzburgers Erzbischof Alois Kothgasser wird am kommenden Dienstag 75 Jahre alt und hat sein Gesuch schon geschickt. Der Nuntius schlägt Rom drei Namen zur Auswahl vor. In Salzburg ist es umgekehrt - das Domkapitel erhält einen Dreiervorschlag aus Rom.

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