Uniprotest in Kanada wird zum Massenkrawall
In der kanadischen Stadt Montreal eskaliert der Kampf um die Einführung von Studiengebühren. Die Polizei geht brutal gegen die Demonstranten vor, die Protest könnten auch auf andere Teile Kanadas übergreifen.

Foto © ReutersDie Proteste in Montreal könnten sich ausweiten
Der Plan der Provinz Quebec, die Studiengebühren an den Unis zu erhöhen, scheint auch den Rest Kanadas in den Sog von Protesten gegen Budgetsparpläne hineinzuziehen, wie er einige EU-Staaten kennzeichnet. Seit Wochen gibt es in Montreal massive Proteste der Studenten, in der Nacht auf Freitag eskalierte die Lage. Die Polizei ging ungewöhnlich brutal vor und nahm an die 700 Verhaftungen vor.
Hartes Vorgehen gegen die Demonstranten
Zuvor war die Bildungsministerin zurückgetreten, die Regierung hatte das Semester vorzeitig beendet und die Versammlungsfreiheit eingeschränkt. Die Demonstranten müssen ihre Aktionen jetzt vorher anmelden. In Montreal dürfen sie ihre Gesichter nicht mehr verhüllen. Aktionen, die den Hochschulbetrieb stören, können mit umgerechnet bis zu 90.000 Euro bestraft werden. Die meisten der zuletzt verhafteten Demonstranten müssen rund 450 Euro Strafe wegen Ruhestörung zahlen.
Proteste könnten sich ausweiten
An den Protesten haben schon rund 170.000 Personen teilgenommen. Mittlerweile solidarisieren sich immer breitere Bevölkerungskreise mit den Jugendlichen. Jetzt gehe es um viel mehr, jetzt gehe es um Demokratie, sagte eine Studentin. Die Massen fordern nicht mehr nur, dass die Erhöhung der Studiengebühr (auf umgerechnet bis zu 5000 Euro im Jahr) zurückgenommen wird, sondern den Rücktritt der kanadischen Regierung und Neuwahlen.











