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Zuletzt aktualisiert: 24.05.2012 um 11:34 UhrKommentare

Verdächtiger legt "Beichte" ab: Frau bei Sturz gestorben

Die Frau sei bei einem Waldspaziergang mit dem Kopf gegen einen Stein geprallt und leblos liegen geblieben. In Panik habe er die Sterbende zurückgelassen. Ermittler bezweifeln die Version des Mannes.

Heidrun Wastl ist seit über zehn Jahren spurlos verschwunden. Jetzt steht ein Tischler unter Verdacht

Foto © Scheriau | KKHeidrun Wastl ist seit über zehn Jahren spurlos verschwunden. Jetzt steht ein Tischler unter Verdacht

Der Vermisstenfall beginnt am 28. September 2001 und war von Anfang an mysteriös und voller Widersprüche. Heidrun Wastl (37) aus Wiener Neustadt sollte zu Mittag ihren siebenjährigen Sohn von der Volksschule abholen. Doch der Bub wartete vergeblich auf seine Mutter. In der Wohnung lief die Waschmaschine. Auf der Anrichte in der Küche stand ein angerührter Liptaueraufstrich, daneben eine leere Bierdose. Von der Kindergartenhelferin fehlt bis heute jede Spur.

Doch nun, nach über zehn Jahren, scheint der Fall eine Wende zu nehmen. "Cold Case"-Ermittler des Bundeskriminalamtes rollten den Fall noch einmal auf und ließen die damals sichergestellte, aber nie untersuchte Bierdose auf Spuren analysieren. Das Ergebnis: ein Volltreffer. Die DNA-Spur stammt vom 41-jährigen Tischler Erich W. aus Wiener Neustadt.

W. stand schon damals unter Verdacht. Er soll mit der Frau eng befreundet gewesen sein und am Tag ihres Verschwindens in der Wohnung der Familie Tischlerarbeiten durchgeführt haben. 2002 erhielt der Ehemann der Abgängigen einen mysteriösen Brief. Die Botschaft darin lautete: "Ich sorge schon für sie, ihr geht es gut, wir sind im Ausland, sie will dich anrufen, wenn sie bereit ist..." Als Schreiber dieses Briefes wurde schon damals Erich W. ausgeforscht. Doch der Verdacht gegen ihn reichte offensichtlich nicht für eine Festnahme.

Jetzt hat sich der Verdacht erhärtet, der Tischler wurde Dienstagabend von den Ermittlern festgenommen.

Frau gestürzt

Angesichts der schwerwiegenden Indizien gestand der Verdächtige, der Letzte gewesen zu sein, der Heidrun Wastl lebend gesehen hat. Er sei mit ihr in einem Wald in Offenbach bei Lanzenkirchen in der Buckligen Welt spazieren gegangen. Dabei sei die Frau gestürzt und leblos liegen geblieben. Er sei in Panik davongerannt und nie wieder an den Unfallort zurückgekehrt. Heidrun Wastl trug allerdings Hausschuhe, als sie verschwunden war. "Nicht anzunehmen, dass sie mit Patschen in den Wald gegangen ist", bezweifelt ein Beamter die Angaben des Verdächtigen.

Mario Hejl, Sprecher des Bundeskriminalamtes (BK): "Es handelt sich um ein 50 Hektar großes Waldgebiet, in dem sich der Unfall ereignet haben soll." Genauere Angaben konnte oder wollte der Verdächtige nicht machen. Die Gegend rund um Offenbach wurde gestern von der Polizei abgesucht. Auch 14 Hundestreifen waren im Einsatz.

Ungeklärte Kriminalfälle

Das "Cold Case-Management" (cold case = kalter Fall, Anm.) beim BK wurde 2010 eingerichtet. Seither kümmert sich eine eigene Gruppe um ungeklärte Kriminalfälle. Der spektakulärste Fall war die Suche nach Julia Kührer. Ihr Skelett wurde 2011 durch Zufall gefunden.


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