Bildungsstandards werden erstmals abgetestet
In sogenannten Bildungsstandards wurde 2009 festgelegt, was Schüler in der vierten Schulstufe können sollen. Nun werden diese erstmals abgeprüft: 80.000 Schüler werden am 23. Mai ihre Mathematik-Kompetenzen unter Beweis stellen.

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Alle rund 80.000 Schüler der achten Schulstufe werden am 23. Mai ihre Mathematik-Kompetenzen unter Beweis stellen, bis Dezember 2012 sollen die Ergebnisse vorliegen. Ab sofort werden jedes Jahr im Frühjahr die Kompetenzen aus einem bestimmten Bereich abgefragt.
Ziel der Standards ist es, statt flüchtigem Wissen den nachhaltigen Aufbau von Kompetenzen in den Mittelpunkt des Unterrichts zu stellen. Eingeführt wurden sie nicht zuletzt als Reaktion auf das schlechte Abschneiden heimischer Schüler bei internationalen Bildungsvergleichen wie der PISA-Studie. Um die Wirkung der Standards bewerten zu können, wurden vor ihrer Einführung Ausgangstestungen durchgeführt, mit deren Ergebnis das Abschneiden bei der ersten österreichweiten Standardüberprüfung verglichen werden kann. Lehrer können außerdem durch spezielle Testinstrumente kontinuierlich überprüfen, wo ihre Schüler stehen - und bei Problemen gegensteuern.
Bei den Bildungsstandard-Erhebungen wird jeweils der gesamte Jahrgang geprüft. Ausnahme ist der mündliche Teil in Deutsch bzw. Englisch, wo nur eine Stichprobe von rund 100 Schulen getestet wird. Bei den nun anstehenden Mathematik-Testungen werden insgesamt 48 verschiedene Kompetenzen abgefragt, über die die Schüler mit Ende der Sekundarstufe I verfügen sollten. Überprüft werden ihre Fähigkeiten etwa beim Rechnen, Interpretieren und Argumentieren. Die Erhebung dauert maximal 120 Minuten, wobei es dazwischen mehrere fünfminütige Pausen gibt. Am Ende müssen die Schüler noch Fragebögen zu statistischen Daten und ihrer Lernumgebung beantworten.
Keine Auswirkungen
Auswirkung auf die Noten haben die Testergebnisse nicht - die Schüler haben bei Vorliegen der Auswertungen im Dezember ohnehin bereits in eine andere Schulform gewechselt. Die Resultate sollen den Schülern vielmehr einen Überblick geben, wo ihre persönlichen Stärken und Schwächen liegen, sie können diese im Internet einsehen. Lehrer bekommen nur die summativen Ergebnisse der Klasse und sollen damit ihren Unterricht reflektieren und anpassen können. Die Schulleiter bekommen die Ergebnisse von Klassen und Schule, um mit Qualitätsentwicklung oder Weiterbildungsmaßnahmen auf Mankos reagieren zu können.
Außerdem bekommt die Schulaufsicht die Daten über ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereich und soll die Schulentwicklung entsprechend steuern - etwa durch Änderungen in der Lehreraus- und -fortbildung, der Lehrpläne, Bücher oder beim Stundenausmaß einzelner Fächer. "Die Ergebnisse dienen jedoch nicht zur Erstellung von Schulrankings", wie das für die Abwicklung zuständige Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) betont. Es soll auch keine Reihung nach Bundesländern geben.
Nach dem Mathematik-Test im Mai 2012 folgt 2013 die Erhebung der Kompetenzen im Fach Englisch in der achten Schulstufe. Gleichzeitig sollen erstmals die rund 83.000 Schüler der vierten Schulstufe in Mathematik getestet werden. Für 2014 sind Überprüfungen des Fachs Deutsch in beiden Altersgruppen angesetzt. 2015 beginnt der Drei-Jahres-Zyklus mit Mathematik in der achten Schulstufe von vorne, die Volksschulen sind erst 2016 wieder dran. Die Gesamtkosten für das Projekt von der Entwicklung über die Ausgangstestungen bis zu den Standardüberprüfungen liegen zwischen dem Start 2009 und dem Ende des ersten Durchgangs 2014 laut Unterrichtsministerium bei rund 42 Mio. Euro.
Features
Zum Thema
Beispiele
Ein Badezimmer hat eine Bodenfläche von 7,2 Quadratmeter. Eine Packung Fliesen reicht für 1,2 Quadratmeter. Wie viele Packungen Fliesen benötigt man mindestens zum Verfliesen des Bodens? (6)
B: Die Einwohnerzahlen folgender Gemeinden sollen mit einem Balkendiagramm dargestellt werden (Bruckhausen: 15.000, Korbach: 18.000, Einsfeld: 14.000). Der längste Balken soll eine Länge von 6 cm haben. Welcher Einwohnerzahl entspricht dann eine Balkenlänge von 1 cm? (3.000)
Fakten
Seit 2009 gelten in Österreich zusätzlich zum Lernplan auch Bildungsstandards, mit denen festgelegt wird, was ein Schüler in der vierten Schulstufe (Deutsch, Mathematik) bzw. in der achten Schulstufe (Deutsch, Mathematik, Englisch) können soll.
Ab heuer wird nun jedes Jahr im Frühjahr überprüft, wie sich die Bildungsstandards auf die Leistung der Schüler ausgewirkt haben; als Vergleichswert dienen Ausgangstestungen vor deren Einführung.










