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    Sechs Monate Haft für Innviertler Seriendiebin "Wir vergessen kein Opfer" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Chronik Nächster Artikel Sechs Monate Haft für Innviertler Seriendiebin "Wir vergessen kein Opfer"
    Zuletzt aktualisiert: 17.05.2012 um 14:00 UhrKommentare

    "Unbegreiflicher Horror": Mladic mit Rücken zur Wand

    Der zweite Tag im Prozess gegen den früheren bosnisch-serbischen Militärchef Ratko Mladic ist zu Ende gegangen. Srebrenica "war und bleibt Genozid", sagt der Staatsanwalt. Die Beweislage gegen Mladic sei "erdrückend".

    Foto © Reuters

    Die Beweislage ist laut Staatsanwalt Peter McCloskey "erdrückend". Das Massaker von Srebrenica, bei dem rund 7.000 Männer und Burschen ermordet wurden, "war und bleibt Genozid", so McCloskey vor dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien. "Wir können niemals diesen Horror begreifen", betonte er.

    Nur streng von der Führung selbst kontrollierte Truppen konnten nach Meinung des Anklägers den Mord an rund 7.000 Menschen aus Srebrenica in nur vier Tagen - vom 11. bis zum 14. Juli 1995 - durchführen. Die Ankläger würden beweisen, dass Mladic das Kommando über den Truppen hatte und "persönlich vor Ort war und persönlich in die Verbrechen" in Srebrenica verwickelt gewesen sei, sagte Mc Closkey. Aus Massengräbern wurden nach seinen Angaben bis dato 5.977 von mehr als 7.000 ermordeten Srebrenica-Einwohnern exhumiert.

    "Menschliches Desaster"

    Im Laufe des Prozesses werden im Fall Srebrenica auch elf Überlebende des Massakers aussagen, kündigte der Ankläger an, der am Donnerstag einen Großteil seiner Ausführungen der früheren ostbosnischen muslimischen Enklave widmete. Dem Gericht wurden zahlreiche Aufnahmen, auch Aussagen Mladics wie jene aus Srebrenica vorgeführt, dass es die Zeit gekommen sei, sich "an den Türken" (serbische beleidigende Bezeichnung für Muslime, Anm.) zu rächen.

    Die Anklage legte Videos vor, die "ein massives menschliches Desaster" in Srebrenica zeigen. Die Stadt sollte eigentlich als "UNO-Schutzzone" vor den Serben gesichert sein. Ziel der Mladic-Truppen sei "die Schaffung von totaler Unsicherheit, Untragbarkeit und Perspektivlosigkeit für die Muslime" gewesen, "ohne Hoffnung, überleben zu können", zitierte der Staatsanwalt aus internen Militärdokumenten. Die Serben hätten deshalb mehr als 40.000 Muslime auf einem Gebiet von nur zwei Quadratkilometern zusammengepfercht.

    Termin offen

    Mladic verfolgte die Ausführungen des Anklägers - ebenso wie am Vortag - sehr aufmerksam und machte sich Notizen. In seinem Gesicht zeichnete sich hie und da ein selbstgefälliges Lächeln ab, jedoch keine Spur von Reue.

    In seinen vor Jahren in der Belgrader Familienvilla sichergestellten Tagebüchern, die eine wichtige Beweisquelle im Gerichtsverfahren darstellen, notierte Mladic am 27. Juli 1995 die Worte des damaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic: "Srebrenica und Zepa (eine weitere ostbosnische muslimische Enklave, die von Mladics Truppen im Juli 1995 eingenommen wurde, Anm.) haben uns großen Schaden angerichtet".

    Ein Termin für die Weiterführung des Prozesses ist bisher nicht bekannt. Die Fortführung des Verfahrens sei wegen formaler Fehler (die Anklage hatte der Verteidigung wichtige Dokumente zu spät zugestellt, Anm.). der Staatsanwaltschaft noch offen, berichtete der Vorsitzende Richter, Alphons Orie. Eigentlich sollte die Beweisaufnahme am 29. Mai beginnen. Das Gericht werde einen neuen Termin festlegen. Wann das geschehen werde, sagte der Richter nicht.


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