Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
25. Mai 2013 07:11 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Po-Grapscher: 300 Euro Verwaltungsstrafe Zahnarzt und Patientin durch Explosion verletzt Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Chronik Nächster Artikel Po-Grapscher: 300 Euro Verwaltungsstrafe Zahnarzt und Patientin durch Explosion verletzt
Zuletzt aktualisiert: 16.05.2012 um 22:55 UhrKommentare

Kein Friede auf dem Dach der Welt

Tibet gehört sein Herz, in Tibet wird er als Gott verehrt: Der Dalai Lama besucht ab Donnerstag Österreich. Doch Chinas Führung sieht in ihm den Feind.

Foto © Reuters

Wenn der Dalai Lama ab heute zehn Tage lang Kärnten, Salzburg und Wien besucht, tritt er nicht mehr als der politische Führer der Tibeter auf, sondern nur noch als ihr geistiges Oberhaupt. Seit Lobsang Sangay, ein im Exil geborener Tibeter, im Vorjahr Premier der tibetischen Exil-Regierung wurde, ist es für westliche Politiker, die sorgsam bemüht sind, die Führer der neuen Supermacht China nur ja nicht zu brüskieren, etwas leichter geworden, den Dalai Lama freundlich zu empfangen.

Das Thema Tibet ist seit mehr als 50 Jahren ein fixer Streitpunkt zwischen China und dem Westen. Denn was die chinesische Propaganda 1959 als "Befreiung" Tibets beschreibt, empfinden die meisten Tibeter als den Beginn ihrer Unterdrückung. Erst Chinas "Demokratische Reformen" hätten den früheren Leibeigenen Land, Vieh, kurzum den Fortschritt gebracht, betonen Chinas Machthaber fast gebetsmühlenartig. Doch der Dalai Lama wolle das alte feudale Tibet wiederherstellen. Unterschlagen wird von den Chinesen allerdings, wie heftig sich die Tibeter damals gegen ihre "Befreiung" wehrten und dass Zehntausende im Widerstandskampf gegen die Chinesen ums Leben kamen. Erwähnt wird auch nicht, dass Tausende Klöster des tief religiösen Volkes zerstört wurden. Verschwiegen wird das Chaos in der Kulturrevolution (1966-76).

Der spätere Parteichef Hu Yaobang war 1980 bei einem Besuch in Tibet völlig erschrocken, dass die Bedingungen noch schlechter waren als vor 1959. Die Partei habe "das tibetische Volk im Stich gelassen", schimpfte er vor Kadern.

Tibet, das riesige Hochland nördlich des Himalaya, hatte sich ab dem 15. Jahrhundert aus einem buddhistischen Königreich zu einem Mönchsstaat mit dem Dalai Lama als Gottkönig entwickelt. Nach dem Ende der Qing-Dynastie 1911, als China in Chaos und Bürgerkriegswirren versank, war Tibet praktisch unabhängig. Doch als die Kommunisten über die Nationalisten siegten, marschierte die chinesische Volksbefreiungsarmee 1950 in Tibet ein.

Selbstverbrennungen

Seither wehren sich die Tibeter gegen die Fremdherrschaft. Chinas Versprechen, das politische System, die religiöse und kulturelle Identität des Landes zu achten, hielten die kommunistischen Führer nicht. Am 10. März 1959 brach in Lhasa ein Volksaufstand aus, der blutig niedergeschlagen wurde. Am 17. März 1959 flüchtete der Dalai Lama ins indische Exil - und mit ihm 100.000 Landsleute.

1965 bildeten die Chinesen die Autonome Region Tibet, die nur noch halb so groß ist wie das alte Siedlungsgebiet. Heute leben dort etwa 2,8 Millionen Tibeter, weitere 2,9 Millionen außerhalb in den Provinzen Gansu, Qinghai und Sichuan. Und gerade dort kommt es immer öfter zu schockierenden Protesten gegen die chinesische Herrschaft. Allein in den letzten Jahren verbrannten sich 34 Tibeter - oft Nonnen und Mönche - auf offener Straße.

Aber China kann und wird Tibet dennoch in absehbarer Zeit keine echte Autonomie und erst recht keine Unabhängigkeit gewähren. Für die neue Weltmacht ist das Herz Asiens nicht nur strategisch von großer Bedeutung, sondern auch wegen Tibets reicher Bodenschätze. Vor allem aber entspringen auf dem "Dach der Welt" alle für China bedeutenden Flüsse. Deren Quellen zu kontrollieren ist für Chinas Machthaber viel wichtiger als noch so verzweifelte Proteste eines kleinen Volkes.


Das Programm

17. bis 20. Mai in Kärnten: Begrüßung durch Landeshauptmann Gerhard Dörfler, Besuch des Tibet-Zentrums in Hüttenberg. Nach Unterweisungen und Vorträgen in der Messehalle in Klagenfurt von Freitag bis Sonntag sowie Ehrungen durch Stadt und Land endet der Besuch mit einer Schifffahrt und einem Essen im Schloss Seefels.

21. bis 23. Mai in Salzburg: Vortrag in der Salzburgarena zum Thema "Weltfrieden", danach interreligiöser Dialog mit christlichen, islamischen und jüdischen Würdenträgern.

24. bis 27. Mai in Wien: In der Wiener Stadthalle am 25. Mai Vortrag über Ethik und menschliche Werte, am 26. Mai ein wissenschaftlich-religiöses Symposium "Geist und Materie", am 27. Mai ein Treffen mit Kardinal Christoph Schönborn.

Steiermark > Graz

Gewitter
Graz
min: 6° | max: 14°
7-Tagesprognose

Aktuelle Leser-Fotos

KLEINE.tv

Das größte Lego-Modell aller Zeiten

Unter den Klängen des "Imperial March" hat Lego auf dem Times Square in ...Noch nicht bewertet

 




Fotoserien

Einmal über den Stephansdom 

Einmal über den Stephansdom

 

Events & Tickets

Green Day Tipp

Green Day

29.05.13 Wien
Tickets bestellen


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang