Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 01. Oktober 2014 16:20 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Bauarbeiter fanden in Wohnung 20 kg Cannabis Wie sicher ist Obama noch im Weißen Haus? Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Chronik Nächster Artikel Bauarbeiter fanden in Wohnung 20 kg Cannabis Wie sicher ist Obama noch im Weißen Haus?
    Zuletzt aktualisiert: 16.05.2012 um 12:17 UhrKommentare

    Mord an Schulfreund: Teenager in Ried vor Gericht

    Dem Jugendlichen drohen bei einem Schuldspruch bis zu 15 Jahre Haft. Er soll im November - damals war er 17 - in Braunau in Oberösterreich seinen 16-jährigen Schulfreund mit zahlreichen Messerstichen getötet haben.

    Foto © APA

    Ein 18-jähriger Schüler hat sich am Mittwoch vor einem Geschworenensenat im Landesgericht Ried im Innkreis in Oberösterreich verantworten müssen. Er soll im November - damals war er 17 - in Braunau in Oberösterreich seinen 16-jährigen Schulfreund mit zahlreichen Messerstichen getötet haben. Es wird davon ausgegangen, dass die Öffentlichkeit nach der Anklageverlesung ausgeschlossen wird.

    Depressionen

    Dem Jugendlichen drohen bei einem Schuldspruch bis zu 15 Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft hat im Vorfeld angekündigt, neben der Bestrafung eine Einweisung des 18-Jährigen in eine Anstalt zu beantragen. Der Verteidiger will das bekämpfen, wie er vor der Verhandlung sagte. Der Bursch sei mit 15 Jahren einige Monate in stationärer Behandlung gewesen und seither laufend ambulant bzw. auch teilweise erneut stationär. Grund seien immer die Depressionen des Schülers gewesen. Darauf will sich der Anwalt bei seiner Verteidigung stützen.

    Die beiden Burschen hatten am Abend des 20. November 2011 gemeinsam gelernt. Sie waren dabei allein in der Wohnung der Großmutter des Beschuldigten. Der 17-Jährige soll den anderen mit zwei größeren Messern und einem Hammer attackiert, niedergeschlagen und ihm dann 20 bis 30 Stich- und Schnittverletzungen am gesamten Körper zugefügt haben. Dann versuchte er, sich selbst das Leben zu nehmen.

    Persönlichkeitsstörung

    Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tat seit längerem geplant war. Der Jugendliche soll sich mehrere Tage zuvor im Internet wiederholt mit Themen wie "Mord aus Liebeskummer", "Jugendstrafe für Mord in Österreich" oder "Was passiert, wenn ein Mensch stirbt" beschäftigt haben. Laut einem psychiatrischen Gutachten war er zurechnungsfähig. Allerdings wird ihm in der Expertise auch eine erhebliche Persönlichkeitsstörungen attestiert.

    Angeklagter gestädnig

    Der Angeklagte hat sich nach der Verlesung der Anklage schuldig bekannt. "Ich glaube aber nicht, dass ich so gefährlich bin, wie es im Gutachten steht", meinte der Bursch. Aufgrund der Expertise will die Staatsanwaltschaft eine Einweisung in eine Anstalt. Der Verteidiger stellte die Tat als erweiterten Selbstmordversuch dar. Das schilderte auch der Angeklagte so. Aber: "Irgendetwas ist schiefgegangen", so der 18-Jährige.

    Er habe seinem Freund mehrere Monate vor der Tat mitgeteilt, dass er in ihn verliebt sei, schilderte der Angeklagte. "Er hat gesagt, dass er nicht so empfindet, aber dass das nichts an unserer Freundschaft ändert. Ich war sehr froh, dass er so offen war." Später habe sich der andere aber zurückgezogen. Daher habe er beschlossen, ihn mit in den Tod zu nehmen, sagte der 18-Jährige in seiner entgegen den Erwartungen öffentlichen Einvernahme.

    Er habe vorgehabt, ihn mit einem Hammer bewusstlos zu schlagen, dann mit einem Seil zu erwürgen und sich selbst an einer Klimmstange aufzuhängen, gestand der Schüler stockend, aber gefasst. Als Reserve, "falls es nicht klappt", habe er ein Messer gehabt. Die Hammerschläge hätten zunächst nichts bewirkt. Dann seien seine Erinnerungen nur mehr bruchstückhaft. "Ich habe ihn festgehalten und selbst die Augen zugemacht", sagte er zu den 25 bis 30 Messerstichen, mit denen das Opfer getötet wurde. "Für mich ist das so schlimm, dass das alles passiert ist, dass ich mich eigentlich gar nicht erinnern möchte."

    Nachher habe er sich selbst in der Badewanne in den Bauch gestochen. "Mir ist dann schlecht und schwindlig geworden und ich habe die Rettung gerufen", berichtete er über den Zeitraum nach der Tat. Er habe angegeben, dass er sich selbst verletzt habe. Warum er das nun erstmals sage, fragte der Richter. "Ich wollte das nie wahrhaben und ich will es jetzt auch noch nicht wahrhaben. Aber es ist die letzte Möglichkeit, dass die Wahrheit rauskommt."

    Der Angeklagte gab auch zu, im Vorfeld Internetrecherchen "die Tat betreffend" durchgeführt zu haben. Worüber genau wisse er aber nicht mehr. Die Staatsanwältin zitierte aus Internet-Protokollen, dass er unter anderem nach Begriffen wie Mord, aber auch dem dafür vorgesehene Strafmaß in Österreich gesucht habe.

    Die Anklägerin berichtete von zahlreichen Versuchen des Beschuldigten, Störungen während der Tat zu verhindern. Er habe u.a. seiner Großmutter und seiner Mutter gesagt, dass er Ruhe haben wolle. Für den Verteidiger zeigt das, dass sein Mandant es ernst gemeint habe mit einem erweiterten Selbstmord. Er beschrieb ihn als introvertiert und depressiv. Der Schüler habe zu dem Opfer eine "symbiotische Beziehung" gehabt. Von ihm gehe kein Gefährdungspotenzial aus, wenn er entsprechend medizinisch behandelt werde, betonte der Anwalt.

    Quelle: APA

    Mehr Chronik

    Mehr aus dem Web

      Steiermark > Graz

      Regen
      Graz
      min: 12° | max: 17°
      7-Tagesprognose

      Aktuelle Leser-Fotos

      KLEINE.tv

      Opferzahl am Ontake steigt weiter

      Systematisch suchen Rettungskräfte unter der dicken Ascheschicht nach Op...Noch nicht bewertet

       

      Fotoserien

      Bademantel-Streetparade zu Udo Jürgens 80-er 

      Bademantel-Streetparade zu Udo Jürgens 80-er

       


      Events & Tickets

      Bilder der Welt Tipp

      Bilder der Welt

      15.03.15 Graz
      Tickets bestellen


      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!