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    Zuletzt aktualisiert: 11.05.2012 um 14:24 UhrKommentare

    Fachhochschulen sagen den Unis den Kampf an

    Mit rund 40 Millionen Euro aus der "Hochschulmilliarde" setzen die Fachhochschulen (FH) in den kommenden drei Studienjahren den zweitgrößten Ausbauschritt in ihrer Geschichte - doch sie stellen auch neue Forderungen.

    Foto © Erwin Scheriau

    Ab dem Wintersemester 2012/13 werden 521 zusätzliche Anfängerstudienplätze vom Bund finanziert, auch in den darauffolgenden beiden Studienjahren kommen jeweils rund 500 Anfängerstudienplätze dazu, kündigten Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) und der Präsident der FH-Konferenz, Helmut Holzinger, bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien an. Im Vollausbau stehen damit in drei Jahren rund 4.000 zusätzliche Gesamtstudienplätze zu Verfügung.

    Aufgrund eines aus Budgetgründen verhängten Ausbaustopps war der FH-Ausbau "seit einigen Jahren leider nicht vorangegangen", so Töchterle. Die nunmehrige Expansion sei insofern erfreulich als sich die FH "in jeglicher Hinsicht bewährt haben", meinte der Minister. Sie böten einen flotten Berufseinstieg, hätten schnell auf das Bologna-System umgestellt und machten viele berufsbegleitende Angebote.

    Vorbild FH

    Für die Universitäten wünschte sich Töchterle viele Dinge, die an den FH selbstverständlich seien: So hätten die Fachhochschulen "transparente, leistungsbezogene und völlig unkontroverse Aufnahmeverfahren", überfüllte Hörsäle gebe es daher nicht. Außerdem dürften die FH autonom Studienbeiträge einheben und seit dem Vorjahr sogar von Studenten aus Drittstaaten Gebühren bis zu den vollen Studienkosten verlangen. Trotzdem sei die soziale Durchmischung der Studenten an den FH besser als an den Unis. Durch die Studienplatzfinanzierung gebe es auch transparente Budgetbedingungen.

    Bis auf die FH-Burgenland hätten alle FH Anträge für zusätzliche Anfängerstudienplätze gestellt und solche auch bekommen, so Töchterle. Schwerpunktmäßig gefördert wurden berufsbegleitende Studien, Maßnahmen zur Steigerung des Frauenanteils sowie ein Ausbau im naturwissenschaftlich-technischen Bereich.

    Forderungen

    Holzinger wollte aber den Blick auch "ein wenig weiter rücken". Laut den Expertenempfehlungen zum Hochschulplan sollen künftig 40 Prozent aller Studenten aus dem FH-Sektor kommen - dies sei mit dem derzeitigen Schritt noch lange nicht erreicht. Um bis 2022 auf einen FH-Anteil von nur 25 Prozent zu kommen, müssten jährlich rund 1.350 Studienplätze neu geschaffen werden. Weiterer Wermutstropfen: Derzeit werde die studienplatzbezogene Finanzierung in keiner Form valorisiert. Seit 2009 seien die derzeitigen Fördersätze (je nach Ausrichtung zwischen 6.500 und 7.900 Euro pro Platz) unverändert geblieben. "Wenn ich mir die Inflationsentwicklung seit 2009 anschaue, dann ist der Wert der Studienplatzfinanzierung um 7,4 Prozent gesunken." Um neben dem Ausbau auch die hohe Qualität der Studien zu erhalten, wäre eine Regelung zur Wertsicherung der Fördersätze nötig.


    Fakten

    Derzeit studieren an den 21 FH rund 40.000 Personen in 372 Studiengängen, davon sind knapp 16.000 Anfänger. Vom Bund gefördert werden im laufenden Studienjahr ca. 33.000 Plätze.

    Dazu kommen noch von anderen Einrichtungen bezahlte Studienplätze - vor allem die von den Ländern finanzierten FH-Studienplätze im Gesundheitsbereich.

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