Bankomat in Wien-Donaustadt gesprengt
Unbekannte haben in der Nacht auf Freitag einen Bankomat in Wien-Donaustadt gesprengt. Die Täter konnten mit ihrer Beute flüchten, berichtete die Polizei am Freitag.
Gegen 3.45 Uhr wurden mehrere Anrainer durch den lauten Knall der Explosion aus dem Schlaf gerissen. Der gesprengte Bankomat war an der Außenwand einer Bankfiliale in der Anton-Sattler-Gasse 115 gesprengt. Augenzeugen dafür gibt es nicht. Die genaue Vorgehensweise war am Freitag noch unklar, die Erhebungen des Landeskriminalamtes Wien sind im Gange.
In Wien und auch in den anderen Bundesländern sind in den vergangenen Jahren mehrfach Bankomaten gesprengt worden. Vor rund einem Jahr wurden in der Bundeshauptstadt und im angrenzenden Niederösterreich innerhalb weniger Wochen gleich drei derartige Anschläge verübt: Am 18. April im Bezirk Landstraße, am 28. April in Favoriten und am 4. Mai in Gerasdorf am nördlichen Stadtrand.
In Zusammenhang mit der Bankomat-Sprengung in Favoriten wurde Ende September ein 27 Jahre alter Kärntner in Wien wegen schweren Einbruchsdiebstahls zu zwei Jahren Haft verurteilt. Der Mann war laut eigenen Aussagen von einer bulgarischen Tätergruppe zum Mitmachen gezwungen worden und bei dem Coup am Tesarekplatz schwer verletzt worden, da er den Zünder vermutlich zu früh ausgelöst hatte.
Bankomaten als Ziele krimineller Banden wurden in der Vergangenheit nicht nur gesprengt, sondern auch aufgeschweißt oder aus der Verankerung gerissen. In Österreich hat in den Jahren 2010 und 2011 mehr als 50 solcher Delikte gegeben, wobei die Täter in einigen Fällen gescheitert sind. Im Juni 2011 wurde unter Federführung des Bundeskriminalamts eine Sonderkommission eingerichtet, die sich mit der Bekämpfung dieser Form der Kriminalität beschäftigt. Zuletzt haben niederösterreichische Kriminalisten einer Bande das Handwerk gelegt: Fünf Rumänen sind Anfang April in Wien mit Unterstützung von Kräften der Sondereinheit Cobra festgenommen worden. Sie sollen seit Oktober 2011 für sieben Bankomat-Coups in Ober- und Niederösterreich verantwortlich sein, indem sie die Geldausgabegeräte aufschweißten. In einigen Fällen sind die gescheitert.











