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    Zuletzt aktualisiert: 26.04.2012 um 20:52 Uhr

    Neunjähriges Mädchen stirbt nach Zeckenbiss

    Ein Mädchen aus Villach, das nicht geimpft war, erkrankte an der gefährlichen Frühsommer-Meningoenzephalitis und verstarb. Es handelt sich dabei um den ersten Todesfall seit über 15 Jahren.

    Primarius Wilhelm Kaulfersch auf der Intensivstation des ELKI

    Foto © EggenbergerPrimarius Wilhelm Kaulfersch auf der Intensivstation des ELKI

    Ein neunjähriges Mädchen aus dem Bezirk Villach ist am Dienstag im Klinikum Klagenfurt verstorben. Das Kind war nach einem Zeckenbiss an der gefürchteten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt. Es hatte als Kleinkind eine Impfung erhalten, diese aber nicht gut vertragen. Danach wurde es nicht mehr geimpft. Die notwendige Durchimpfung war deshalb nicht gegeben.

    Vor rund drei Wochen wurde das Kind von einer Zecke gebissen. Eine Woche später traten bei ihr grippeähnliche Symptome auf (Fieber, Kopfweh, Nacken-steifigkeit usw.). Der Zustand verschlimmerte sich und das Mädchen wurde schließlich am Mittwoch vor einer Woche von einer anderen Krankenanstalt auf die Intensivstation des Eltern-Kind-Zentrums im Klinikum eingeliefert. Es war allerdings nicht mehr ansprechbar. Mittlerweile hatten die Blutuntersuchung und die Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit ergeben, dass es sich tatsächlich um eine FSME-Infektion handelt. Das ist eine schwere Viruserkrankung, die zu einer Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und des Zentralnervensystems führt. Die Ärzte haben alles Menschenmögliche unternommen, um das Mädchen zu retten. Sie waren jedoch machtlos.

    Primarius Wilhelm Kaulfersch, Vorstand der Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum, verweist angesichts des tragischen Falles auf die Wichtigkeit der Zeckenschutzimpfung: "Dadurch ist ein fast 100-prozentiger Schutz gegeben."

    Im Vorjahr gab es in Kärnten zehn FSME-Fälle. Österreichweit erkrankten 113 Menschen, vier davon starben daran. Unter den Erkrankten sind österreichweit pro Jahr vier bis fünf Kinder (0 bis 16 Jahre). Im Falle einer Infektion leiden 75 Prozent der Erkrankten an Spätfolgen. Der Prozentsatz schwerer Erkrankungsfälle beträgt bei FSME 5 bis 18 Prozent, 0,6 Prozent verlaufen tödlich.

    Kaulfersch: "In Kärnten ist in den letzten 15 Jahren kein Kind an FSME verstorben." In dem Zusammenhang appelliert er außerdem: "Auch die Ärzte sollten ihre Pflicht erfüllen und überprüfen, ob bei Patienten Impflücken bestehen."

    Wissenswertes

    Das richtige Impf-Intervall

    Die Grund-Immunisierung erfolgt in drei Schritten: Nach der Erstimpfung wird rund einen Monat später die zweite Impfung gegeben, ein Jahr danach die dritte. Die vierte Impfung erfolgt drei Jahre später. In der Folge ist dann nur mehr alle fünf Jahre eine Auffrischung nötig. Allerdings sollte man ab dem 60. Lebensjahr wieder alle drei Jahre impfen. Die FSME-Impfung wird erst ab dem vollendeten ersten Lebensjahr empfohlen.

    So entfernt man Zecken

    Experten raten ab, die Zecke durch Abbrennen oder Drauftröpfeln von Öl zu entfernen. Sie sollte mit wenig Druck aus der Haut gedreht werden, z. B. mit einer Pinzette. Wenn der Kopf beim Entfernen der Zecke drinnen geblieben ist, sollte man gar nichts tun. Der Kopf sollte nach einigen Tagen von selbst abfallen.

    Kein Schutz vor Borreliose

    Die Zecken übertragen nicht nur FSME, sondern auch Borrelien. Bei fünf Prozent der Patienten tritt nach einem Zeckenstich eine Borreliose, eine bakterielle Infektion auf. Dagegen gibt es keine schützende Impfung. Eine Borrelien-Infektion erkennt man daran, dass ein langsam sich vergrößernder roter Fleck auf der Haut erkennbar ist. Wichtig ist es, die Zecke möglichst rasch zu entfernen. Borreliose wird mit Antibiotika therapiert.

    Dort lauern Zecken

    Zecken lieben feuchtes, schwüles Wetter. Sie lauern im Gestrüpp, in hohen Gräsern, Farnen oder im Unterholz. Dass sie auf Bäumen hocken und dann auf Menschen herabfallen, ist ein Märchen. Sowohl Männchen als auch Weibchen brauchen Blut. Ein Weibchen produziert bis zu 2000 Eier.

    Risikogruppe 50 plus

    Nicht jede Zecke ist mit dem FSME-Virus infiziert. Ob eine Zecke infiziert ist oder nicht, kann man nicht erkennen. Häufig von Zecken befallen worden zu sein, heißt nicht, gegen die Erkrankung immun zu sein. Gegen FSME gibt es keinen "natürlichen Schutz", auch nicht bei Kindern. Nur eine Impfung schützt. Mehr als die Hälfte aller FSME-Fälle verzeichnet die Generation 50 plus.


    Impfung

    In Kärnten läuft die Zeckenschutz- Impfaktion bis Ende 2012. Erhältlich ist die Impfung, die ab dem vollendeten ersten Lebensjahr empfohlen wird, in allen Gesundheitsämtern und bei niedergelassenen Ärzten.

    Versicherte der Kärntner Gebietskrankenkassezahlen 18,30 Euro (Erwachsene) bzw. 15,30 Euro (Kind) pro Teilimpfung. Bei anderen Versicherungsträgern sind es 22 bzw. 19 Euro. Die Impfquote in Kärnten liegt bei 93 Prozent.

    Audio

    Antenne Primar Wilhelm Kaulfersch: "Seltene Komplikation"

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    Antenne Kaulfersch: "Eine Impfung schützt nicht"

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