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Zuletzt aktualisiert: 17.04.2012 um 05:10 UhrKommentare

Land will per Gesetz Mietexplosion abfedern

Das verflixte 21. Darlehensjahr: Im nächsten Jahr wären 5500 Mieter von Genossenschaftswohnungen von extremen Erhöhungen der Mieten betroffen. Jetzt wird im Land an einer Gesetzesänderung gearbeitet.

120 Euro Mieterhöhung pro Monat, dieser enorme Sprung bei Wohnbaugenossenschaften soll mit einer Änderung des Wohnbaugesetzes abgefedert werden

Foto © Steinmetz120 Euro Mieterhöhung pro Monat, dieser enorme Sprung bei Wohnbaugenossenschaften soll mit einer Änderung des Wohnbaugesetzes abgefedert werden

Der Anlassfall ist für die Betroffenen schockierend: In Villach müssen Mieter von Buwog-Wohnungen ab 1. Mai bis zu 250 Euro im Monat mehr Miete zahlen. Für eine Vier-Zimmer-Wohnung sind es damit 960 Euro im Monat! Der Grund: Ab dem 21. Jahr kommt es bei Wohnbauförderungsdarlehen zu einer beachtlichen Erhöhung der Rückzahlung. Das Angebot des Landes für eine Verlängerung der Laufzeit wurde abgelehnt. Die Buwog dürfe das nicht tun, heißt es seitens des Sprechers Thomas Brey. Denn mit einer längeren Rückzahlung würde man erst zu späterer Zeit mehr Geld verdienen.

Wovon jetzt 50 Mieter in Villach betroffen sind, könnte im nächsten Jahr kärntenweit 350 Bauprojekte aus den 90er-Jahren bzw. 5500 Mieter treffen, weiß Sozialreferent Christian Ragger (FPK): Wenn die Darlehen ihrer Wohnbaugenossenschaften ins 21. Jahr kommen und die Verzinsung von 2,5 auf 5,5 Prozent hochspringt. Für eine 75-Quadratmeter-Wohnung würde das eine Mieterhöhung von 120 Euro im Monat bedeuten. Vor diesem Hintergrund wird jetzt an einer Gesetzesänderung gearbeitet: Das Land will laut Ragger die Darlehenszeit für die Wohnbaugenossenschaften von 38 auf 53 Jahre erstrecken, die Zinssumme soll so von 5,5 Prozent auf 4 Prozent abgesenkt werden. Die Erhöhung würde pro Quadratmeter nur noch drei Cent sein.

SPÖ-Chef Peter Kaiser und AK-Präsident Günther Goach kritisieren, die Buwog habe Gewinnmaximierung, also das Loswerden der Mieter und den Verkauf der Wohnungen zum Ziel. Maximal ein Drittel des Einkommens dürfte für Mieten aufgewendet werden.

ANDREA BERGMANN

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