Todesschütze kommt nicht auf Kaution frei
George Zimmerman, der im Februar den afroamerikanischen Jugendlichen Trayvon Martin erschoss und sich auf Notwehr beruft, kommt nicht auf Kaution frei. Ein Drittel der US-Weißen hält die Florida-Tötung für ungerechtfertigt.

Foto © APAGeorge Zimmerman
Nach einer ersten Anhörung am Donnerstag sagte sein Anwalt Mark O'Mara, man habe sich vorerst dagegen entschieden, da das "die Gemüter anheizen" könnte. Der Fall hatte in den USA für großes Aufsehen und eine Rassismus-Debatte gesorgt.
Am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) erschien Zimmerman erstmals vor Gericht. Fernsehbilder zeigten einen angespannten Mann mit kurz geschorenen Haaren. Er hat offenbar in den vergangenen Wochen deutlich abgenommen. Ein Richter klärte ihn über den Fortgang des Verfahrens auf und setzte das Datum der formellen Anklageverlesung auf den 29. Mai fest. Es wird erwartet, dass er sich dann persönlich oder schriftlich für unschuldig erklärt. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine lange Haftstrafe. Als Mindestmaß seien 25 Jahre Haft vorgesehen, als Höchststrafe lebenslänglich.
Ein Drittel der US-Weißen hält Florida-Tötung für ungerechtfertigt
Nur ein Drittel der weißen Bevölkerung in den USA hält die Tötung des afroamerikanischen Jugendlichen Trayvon Martin durch das weiße Mitglied einer Bürgerwehr, George Zimmerman, für ungerechtfertigt, ergab eine Umfrage des Instituts Ipsos im Auftrag von Reuters am Donnerstag. Hingegen sehen 91 Prozent der Afroamerikaner in dem Fall in Florida eine Ungerechtigkeit.
Zimmerman beruft sich vor Gericht auf die weitreichenden Notwehr-Gesetze in dem US-Staat. Er hatte den Jugendlichen bei einer Patrouille Ende Februar niedergestreckt, nun wurde - nach einem öffentlichen Aufschrei - Anklage gegen ihn erhoben. Eine Mehrheit der Befragten der Umfrage erklärten, man werde nie erfahren, was tatsächlich in der Nacht der Tötung passiert sei.










